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Schnee und Eis am Montagmorgen: Polizei lobt Autofahrer

Schnee und Eis am Montagmorgen : Polizei lobt Autofahrer

Düsseldorf (RP/RPO). Wintereinbruch in Deutschland: Schnee und Glatteis haben in Teilen von Nordrhein-Westfalen zu Behinderungen im Berufsverkehr geführt. Das große Chaos blieb aus. Die Polizei lobt die Autofahrer: Sie hätten ihre Fahrweise den winterlichen Straßenverhältnissen angepasst.

NRW Wegen Straßenglätte war in der Nacht auf Montag auf der Bundesstraße 59 nahe Rommerskirchen (Rhein-Kreis Neuss) ein Lkw von der Fahrbahn abgekommen und in einer Böschung gelandet. Verletzt wurde niemand, es entstand auch kein Sachschaden. In unmittelbarer Nähe war laut Polizei ein zweiter Lastwagen wegen Straßenglätte liegengeblieben. Beide Fahrzeuge mussten von einem Spezialunternehmen geborgen werden.

Heftige Schneefälle hatten in NRW seit Sonntagnachmittag zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. An Steigungen auf der Autobahn 3 bei Bad Honnef blockierten zahlreiche liegengebliebene Fahrzeuge den Verkehr, wie die Polizei mitteilte. Wetterbedingte Staus gab es auch auf der Autobahn 4 bei Engelskirchen. Behinderungen wurden am Sonntagabend auch im Flug- sowie im Bahnverkehr registriert.

Probleme gab es am Wochenende auf den Flughäfen der NRW-Region. In Düsseldorf konnten 20 Maschinen nicht oder nur verspätet starten. Der Flughafen Köln musste gestern Abend für eine knappe Stunde gesperrt werden.

Zunächst keine Entwarnung Entwarnung wollte der Meteorologe Andreas Neuen vom Meteo-Media-Wetterdienst aber nicht geben. Gefährlich dürfte für Autofahrer wegen der Schneefälle in der Nacht vor allem der Weg zur Arbeit werden. Während die weiße Pracht linksrheinisch aufgrund ansteigender Temperaturen schon heute Morgen wieder weitgehend verschwand, rechnet der Wetterexperte östlich des Rheines mit anderen Bedingungen.

Ruhrgebiet "Dort wird es umso kälter, je weiter man nach Osten kommt. Und da bleibt der Schnee aus der Nacht dann auch liegen. Den Autofahrern droht eine Rutschpartie." Da im Ruhrgebiet sechs Millionen Menschen leben, erwartet der Experte, dass der Berufsverkehr zumindestens im östlichen Ruhrgebiet heute massiv behindert wird. Mit Schneehöhen von bis zu 15 Zentimetern, im Bergischen Land sogar bis zu 20 Zentimetern, müsse gerechnet werden.

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Rheinland-Pfalz Die Schneefälle am Sonntagabend haben in der Region Koblenz in Rheinland-Pfalz vielerorts für Behinderungen im Straßenverkehr gesorgt. So kam es zu einer Vielzahl von witterungsbedingten Unfällen, wobei es jedoch meist bei Blechschäden blieb, wie die Polizei in Koblenz mitteilte. Allein die Autobahnpolizeistationen meldeten bis zum späten Abend 19 Unfälle. Die weiteren Dienststellen des Polizeipräsidiums meldeten insgesamt 43 Unfälle, lediglich 2 davon endeten mit je einer leicht verletzten Person.

Einige quer stehende Lkw sorgten auf den Autobahnen A 61 und A 3 zeitweise für Stillstand oder Beeinträchtigungen. In den Höhenlagen mussten aufgrund geschlossener Schneedecken einige Straßen kurzzeitig bis zu den Einsätzen der Streudienste gesperrt werden.

Die Aussichten Winterliche Temperaturen bestimmen auch in den nächsten Tagen in ganz Deutschland das Wetter. Wie der Deutsche Wetterdienst am Sonntag mitteilte, steigen die Temperaturen tagsüber kaum über vier Grad Celsius, vielerorts stellt sich Dauerfrost ein.

Montag Am Montag wechseln im Norden zunächst Wolken und Sonnenschein ab, nur selten fällt Schnee. In der Mitte und im Süden ist es überwiegend bewölkt mit teils länger anhaltenden Schneefällen. In den Niederungen im Westen und Süden kann es vorübergehend auch Schneeregen oder Regen geben. Die Höchstwerte liegen bei null bis vier Grad, im höheren Bergland bei null Grad und darunter.

Dienstag In der Nacht zum Dienstag schneit es nach Einschätzung der Wetterexperten nur noch im Süden. Im übrigen Land gibt es bei teils gering bewölktem, teils wolkigem Himmel nur einzelne Schneeschauer. Die Temperatur sinkt auf minus zwei bis minus acht Grad. Örtlich kann es Nebel geben, der zu gefährlicher Straßenglätte führt. Am Dienstag fällt an den Alpen und am Erzgebirge noch etwas Schnee. Sonst ist es teils locker, teils stärker bewölkt mit nur wenig Niederschlägen. Die Höchstwerte liegen meist nur um den Gefrierpunkt, lediglich im Nordwesten ist es mit drei Grad etwas milder.

Mittwoch In der Nacht zum Mittwoch bleibt es bei wechselnder Bewölkung weitgehend niederschlagsfrei. Örtlich bildet sich Nebel mit gefährlicher Glättebildung. Für den Norden sagen die Meteorologen minus ein bis minus sechs Grad, für den Süden minus vier bis minus neun Grad voraus. Am Mittwoch ist es zunächst wechselnd bewölkt. Im Norden bringen dichte Wolken leichten Regen. Anfangs bestehe dabei Glättegefahr, hieß es. Im Süden und Südosten herrscht weiterhin gebietsweise leichter Dauerfrost, sonst liegen die Höchstwerte am Mittwoch meist zwischen null und fünf Grad.

Donnerstag In der Nacht zum Donnerstag werden im Süden Tiefstwerte zwischen minus fünf und minus zehn Grad erwartet, sonst liegen sie meist zwischen null und minus vier Grad.

Rückblick Der heftige Wintereinbruch hatte am Wochenende in Deutschland zu vielen Unfällen und Behinderungen auf den Straßen geführt. Zwei Menschen kamen in Nordhessen ums Leben, in mehreren Bundesländern gab es Schwerverletzte. Bei Dresden blockierten mehr als 100 querstehende Lastwagen die Autobahn. Selbst in tiefen Lagen fielen örtlich zehn Zentimeter Schnee. Vielerorts schneite es aber auch überhaupt nicht.

Die meisten Unfälle ereigneten sich in der Nacht zum Samstag. Bei dem schweren Unfall in Nordhessen kamen zwei Menschen ums Leben, zwei wurden schwer verletzt. Ein mit fünf Personen besetzter Minivan geriet auf der eisglatten Bundesstraße 27 bei Hünfeld-Rückers auf die Gegenfahrbahn und prallte dort gegen einen entgegenkommenden Lastwagen.

Hier geht es zur Infostrecke: Verhalten bei Wintereinbruch