Sechsfach-Mord in Duisburg: Polizei fahndet nach Verwandtem von Mafia-Opfer

Sechsfach-Mord in Duisburg: Polizei fahndet nach Verwandtem von Mafia-Opfer

Duisburg (RPO). Zweieinhalb Wochen nach dem Sechsfach-Mord von Duisburg hat die Polizei einen der mutmaßlichen Täter identifiziert. Gesucht wird der 28-jährige Giovanni Strangio, gegen den das Amtsgericht Duisburg am Freitag Haftbefehl wegen Mordes erlassen hat.

Der im kalabrischen Siderno geborene Italiener ist ein Verwandter der am 25. Dezember 2006 getöteten Maria Strangio. Sie war offenbar Opfer des Mafia-Krieges zweier Clans.

Eines der Opfer des Duisburger Blutbades, der 25-jährige Marco Marmo, steht im Verdacht, die tödlichen Schüsse auf Maria Strangio abgegeben zu haben. Er wird verdächtigt, am ersten Weihnachtsfeiertag des vergangenen Jahres die 33 Jahre alte Strangio erschossen zu haben, als diese versuchte, ihr fünf Jahre altes Kind zu schützen. Bei der Tat, die vermutlich gegen ihren Ehemann Giovanni Nirta, ein ranghohes Clanmitglied, gerichtet war, wurden drei weitere Personen verletzt, darunter auch das Kind. Mit dieser Tat flammte die Fehde wieder in aller Brutalität auf.

Gesuchter saß bis Mitte des Jahres in Haft

Die Duisburger Polizei berichtete, Giovanni Strangio sei bereits im Zusammenhang mit der Beerdigung der Ermordeten von der italienischen Polizei kontrolliert und festgenommen worden, weil er eine Schusswaffe mit sich geführt habe. Deswegen habe er bis Mitte dieses Jahres in Italien in Haft gesessen.

Auf Grund der durchgeführten Ermittlungen der Mordkommission "Mülheimer Straße" gebe es Anhaltspunkte dafür, dass er einen Anschlag geplant habe. So steht für die Ermittler fest, dass sich Giovanni Strangio seit dem 8. August in Deutschland aufgehalten hat und sich einen Mietwagen nahm. Seine Wohnung in Kaarst wirkte wie fluchtartig verlassen, als sie in der vergangenen Woche von der Polizei durchsucht wurde.

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Strangio ist 1,74 Meter groß, hat eine schlanke Figur, dunkle Haare und blaue Augen. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Ergreifung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft Duisburg eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt. Die Polizei sucht außerdem nach einem von Strangio gemieteten schwarzen Renault Clio mit dem Kennzeichen HH-BM 7070. Strangio ist 1, 74 Meter groß und schlank.

Polizeisprecher Egbert Dörnemann betonte, es gebe derzeit keine Hinweise auf den Aufenthaltsort des 28-jährigen. Es sei offen, ob er sich noch in Deutschland aufhalte, oder sich inzwischen ins Ausland abgesetzt habe.

Identität des zweiten Täters unklar

Im Dunkeln tappt die Polizei nach wie vor, was die Identität des zweiten Täters angeht. Ballistische Untersuchungen am Tatort hatten ergeben, dass der Anschlag von zwei Killern ausgeführt worden war.

Bei dem Duisburger Massaker waren am 15. August in Nähe des Duisburger Hauptbahnhofs vor dem Restaurant "Da Bruno" sechs Italiener im Alter zwischen 16 und 39 Jahren erschossen worden. Ausgelöst worden war die Tat offenbar durch einen seit 1991 in San Luca schwelenden Mafiakrieg zwischen den konkurrierenden Clans der Strangio/Nirta und der Vottari/Romeo Pelle.

(ap)