Satirischer Fackelzug durchs Brandenburger Tor: Polizei ermittelt gegen "Die Partei"

Satirischer Fackelzug durchs Brandenburger Tor : Polizei ermittelt gegen "Die Partei"

Berlin (RPO). "Die Partei" ist ein Projekt von Martin Sonneborn, Ex-Chefredakteur des Satire-Magazins "Titanic". In der vergangenen Nacht zog er mit einigen Anhängern in einem Fackelzug die Aufmärsche der Nazis durch den Kakao. Doch nun gibt es Ärger mit der Polizei.

Eine überschaubare Zahl von Mitgliedern und Sympathisanten der Partei "Die Partei" liefen in der Nacht zum Sonntag mit Fackeln durch das Brandenburger Tor. Die Polizei leitete daraufhin ein Ermittlungsverfahren gegen 14 der insgesamt etwa 30 bis 40 Demonstranten ein. Die Aktion war nicht angemeldet. Das könnte einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz gleichkommen.

"Die Partei", die vor allem durch satirische Beiträge auffällt, wird von dem früheren Chefredakteur der Satirezeitschrift "Titanic", Martin Sonneborn, geleitet. Sonneborn, der bei der Aktion am Brandenburger Tor dabei war, sagte: "Wir sind singend mit ein paar Fackeln spazieren gegangen". Die Aktion habe sich gegen Rechtsextremisten gerichtet. Den Nazis sollte gezeigt werden, dass "wir ihre Methoden besser beherrschen als sie".

Die Partei, die sich "Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative" nennt, tritt zur Abgeordnetenhauswahl am 18. September an. Die aktuelle Aktion war nach Sonneborns Worten, der "Auftakt zu einer Reihe von Wahlkampfaktionen". "Die Partei" habe nicht so viel Geld, um die Stadt mit Plakaten voll zu kleben, deshalb müsse sie auf andere Art und Weise auf sich aufmerksam machen. In der kommenden Woche soll nach Sonneborns Angaben eine "Kampa die Weichen zum Wahlsieg stellen".

(DAPD/pst)