Zufallsfund im Wald Pilzsammler deckte Gammelfleisch-Skandal auf

Deggendorf (RP). Der jüngste Gammelfleisch-Skandal in Bayern ist nur durch Zufall aufgedeckt worden. Ein Pilzsammler hatte im Wald einen Aktenkoffer mit belastenden Unterlagen und Liebesbriefen gefunden, sagte die Staatsanwaltschaft im bayerischen Deggendorf gegenüber unserer Redaktion. Daraufhin sei es zur Razzia bei dem Fleisch-Händler in Metten gekommen.

Zufallsfund im Wald: Pilzsammler deckte Gammelfleisch-Skandal auf
Foto: ddp, ddp

Ein Pilzsammler habe am 26. August an einem Waldweg einen aufgebrochenen Aktenkoffer mit Liebesbriefen und belastenden handschriftlichen Aufzeichnungen gefunden, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Alfons Obermeier. Er habe den Fund der Polizei übergeben, die den Besitzer des Koffers ermittelte.

Der Koffer gehörte einem 19-jährigen Metzger, der in dem Fleisch-Händler in Metten arbeitete. Er wurde vernommen und bestätigte den Verdacht gegen den Betrieb.Wie der Koffer in den Wald kam, ist noch unklar. Offenbar war er dem 19-Jährigen aus seinem Auto gestohlen worden. Die Liebesbriefe stammten aus einer früheren Beziehung des jungen Metzgers zur Tochter seines Chefs.

Nachdem die Polizei die Hinweise überprüft hatte, beschlagnahmte sie in dem Unternehmen mehr als sechs Tonnen Fleisch, das teilweise schon drei Jahre alt war. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren ein.

Nach denFunden der vergangenen Tage stehen die Lebensmittelkontrollen der Behörden in der Kritik. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) forderte von den Ländern eine bessere Überwachung und will künfitg die Namen von Gammelfleisch-Händlern veröffentlichen. Die Länder lehnen eine stärkere Verantwortung der Bundesbehörden ab.