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Pilotprojekt: Testlauf zur Gesichtserkennung in Berlin gestartet

De Maizière verteidigt Pilotprojekt : Testlauf zur Gesichtserkennung in Berlin gestartet

In Berlin hat das Pilotprojekt zur Gesichtserkennung begonnen. Sechs Monate lang werden 250 Freiwillige am Bahnhof Südkreuz per Video überwacht. So soll in Zukunft höhere Sicherheit gewährleistet werden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat das Gesichtserkennungsverfahren gegen die Kritik von Datenschützern verteidigt. "Unsere öffentlichen Plätze müssen sicher sein", erklärte de Maizière am Dienstag in Berlin. Videoüberwachung leiste dazu einen wichtigen Beitrag, indem sie abschrecke und bei der Aufklärung von Straftaten helfe. Außerdem stärke sie das Sicherheitsbefinden der Bürger.

Die am Berliner Bahnhof Südkreuz erprobte Technik soll es ermöglichen, an einem öffentlichen Ort etwa gesuchte Straftäter zu identifizieren. Für den Test wurden von der Bundespolizei drei Hersteller unterschiedlicher Systeme ausgewählt, genutzt werden dafür die am Südkreuz bereits vorhandenen Videokameras.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums meldeten sich 250 Freiwillige, die den Bahnhof Südkreuz regelmäßig nutzen, für die sechsmonatige Testphase. Von ihnen wurden Lichtbilder angefertigt, aus denen eine Datenbank zum Abgleich erstellt wird. Während der Testphase werden die Passanten auf das Pilotprojekt aufmerksam gemacht, um den Kameras ausweichen zu können. In einer zweiten Testphase sollen verdächtige Gegenstände, wie etwa herrenlose Koffer automatisch erfasst und gemeldet werden.

Datenschützer betrachten die Gesichtserkennungstechnik als Eingriff in das Grundrecht auf informationellen Selbstbestimmung. Der Deutsche Anwaltverein macht datenschutzrechtliche Bedenken geltend.

(AFP/veke)