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Büchel: Pilotenfehler war Ursache für Tornado-Absturz in der Eifel

Büchel : Pilotenfehler war Ursache für Tornado-Absturz in der Eifel

Während drei Monate nach der Kollision eines Learjets mit einer Bundeswehrmaschine über dem Sauerland vieles auf Fehler des zivilen Piloten hindeutet, ist der Absturz eines Tornado-Kampfjets Anfang des Jahres in der Eifel laut Bundeswehr auf einen Pilotenfehler zurückzuführen.

Im Landeanflug sei die Maschine in eine plötzlich auftretende Nebelbank geraten, sagte ein Sprecher der Luftwaffe in Berlin am Mittwoch. Wegen der schlechten Sicht hätten die Piloten die Maschine zu spät hochgezogen. Als sie ihren Fehler bemerkten, sei es zu spät gewesen. Der Jet kollidierte mit Bäumen und stürzte ab. Ein technischer Defekt sei ausgeschlossen. Die beiden Piloten hatten sich bei dem Absturz am 16. Januar mit dem Schleudersitz retten können, sie wurden leicht verletzt.

Crash im Sauerland

Derweil verdichten sich drei Monate nach der Kollision eines Learjets mit einer Bundeswehrmaschine über dem Sauerland die Hinweise auf einen Fehler des zivilen Piloten. Die für den Absturz mit zwei Toten zuständige Staatsanwaltschaft Arnsberg sieht nach einem Zwischenbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BfU) keine neuen Ermittlungsansätze. "Ich habe bislang keine Anzeichen auf einen Flugfehler des Militärpiloten", sagte Staatsanwalt Klaus Neulken am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Zur Absturzursache und zum Verschulden wolle sich die BfU allerdings erst in ihrem Abschlussbericht äußern, mit dem Neulken nicht vor Sommer des kommenden Jahres rechnet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung. Der Learjet war am 23. Juni an einer Routine-Übung der Bundeswehr beteiligt und stieß in etwa 2500 Metern Höhe mit einem Eurofighter der Luftwaffe zusammen. Das zivile Flugzeug stürzte nahe Häusern der Ortschaft Olsberg-Elpe ab. Die beiden Insassen des Learjets, ehemalige Kampfpiloten, starben.

Die Unfallermittler dokumentieren in dem am Mittwoch veröffentlichten Zwischenbericht detailliert den Ablauf der Übung. Dazu wurden unter anderem die Helmkameras der Militärpiloten, Flugschreiber und die Stimmenrekorder der drei am Manöver beteiligten Maschinen ausgewertet. Der Kopilot des Learjets sagte demnach kurz vor der Kollision zu dem neben ihm sitzenden Piloten: "Kannst du mal nehmen, ich kann den nicht mehr sehen." Zehn Sekunden später zeichnete der Rekorder "dumpfe Geräusche" auf und stoppte dann. "Möglicherweise ist bei dieser Übernahme etwas passiert", meinte Staatsanwalt Neulken.

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Bei der Übung sollte die Situation simuliert werden, dass eine zivile Maschine ohne Funkverbindung in den deutschen Luftraum eintritt und von Kampfjets zum Landen gebracht werden soll. Der 33 Jahre alte Pilot des bei der Kollision beschädigten Eurofighters gab bei der BfU an, er habe ins Cockpit des Learjets geschaut, als er eine Erschütterung wahrnahm. Dann sei das Flugzeug verschwunden und er habe "im Spiegel schwarzen Rauch gesehen" und die Übung abgebrochen. Trotz Schäden am Kampfjet konnte er zum Luftwaffenstützpunkt Nörvenich zurückkehren. Der Pilot habe 2013 und 2014 insgesamt 37 dieser Übungen geflogen.

Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" geht aus dem Zwischenbericht der BfU hervor, dass die Kollision auf einen zu engen Kurvenradius des zivilen Flugzeugs zurückgehe.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Flugzeug kollidiert im Sauerland mit Kampfjet

(dpa)