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Passau: Polizei befreit Flüchtlinge aus verplombten Container

Passau : Polizei befreit Flüchtlinge aus verplombten Container

Nach einer vier Tagen Zugfahrt in einem versiegelten Container hat die Polizei in Niederbayern acht Flüchtlinge befreit. Die aus Nordafrika und Jordanien stammenden Menschen konnten am späten Dienstagabend mit Hilfe der Feuerwehr am Güterbahnhof in Passau aus dem verplombten Gütercontainer geholt werden.

Das berichtete die Bundespolizei am Mittwoch. „Die Personen hatten lauthals um Hilfe geschrien“, berichtete Daniel Gibis von der Bundespolizeiinspektion in Passau.

Bei den Eingesperrten handelte es sich um einen 9-jährigen algerischen Jungen, seine 16 Jahre alte Schwester, die Mutter und mehrere Männer. Sie waren nach den bisherigen Ermittlungen vier Tage zuvor in Serbien in den Container gestiegen. Nachdem ein Zeuge bereits im grenznahen Schärding in Österreich bei der Abfahrt des Zuges Hilferufe gehört hatte, wurden die Polizeibehörden informiert.

Nach der bisherigen Untersuchung des Falls war der Zug in der Türkei gestartet. Die Bundespolizei versucht nun, die Schleuser herauszufinden. Die acht Geflüchteten werden nach Österreich zurückgeschickt. „Ihnen ging es den Umständen entsprechend gut und sie mussten nicht ärztlich behandelt werden“, sagte der Polizeisprecher.

Auch in Brandenburg konnten Polizisten geschleuste Menschen aufgreifen. Bei einer Kontrolle an der Autobahn A15 in Brandenburg stießen die Beamten auf eine Gruppe von 25 Personen. Zuerst hätten Beamte am Dienstag zwei syrische Staatsangehörige bei Forst in einem Auto kontrolliert, teilte die Bundespolizeidirektion Berlin mit. Einer der beiden Männer habe angegeben, seinen zuvor nach Deutschland geschleusten Sohn abholen zu wollen. Nach Fahndungsmaßnahmen hätten Bundespolizisten dann 25 geschleuste Menschen unterschiedlicher Nationalität im Bereich des Wertstoffhofes Forst festgenommen, so die Polizei.

Die Beamten ermittelten sechs weitere Menschen als Abholer. Sie wurden zur Feststellung der Personalien auf eine Dienststelle gebracht und anschließend freigelassen. Gegen die Männer erging Anzeige wegen Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt. Die Ermittlungen gegen die Flüchtlinge dauerten nach Angaben der Polizei an.

(felt/dpa)