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Pandemie​: Mehr Schönheits-Operationen trotz oder gerade wegen Krise​

Anstieg bei Fettabsaugungen und Brustvergrößerungen : Deutlich mehr Schönheitsoperationen auch in zweitem Pandemiejahr

Die Menschen wollen wieder aussehen wie vor Corona. Wer glaubt, dass Lockdown und Homeoffice die Ansprüche ans eigene Äußere gesenkt haben, scheint zu irren: Eine Ärztebefragung verrät, welche Schönheitswünsche die Menschen in Deutschland umtreiben. Eine Behandlung ist besonders gefragt.

Auch in Krisenzeiten sehen viele Schönheitschirurgen in Deutschland eine steigende Nachfrage nach größeren und kleineren Eingriffen. Für das vergangene Jahr sei im Vergleich zu 2020 ein Zuwachs an ästhetischen Behandlungen um rund 15 Prozent zu verzeichnen, geht aus einer Umfrage der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC) hervor, deren Ergebnisse am Freitag in Berlin vorgestellt wurden. „Meine Patient:innen äußern häufig den Wunsch, wieder so auszusehen wie vor Corona“, sagte Fachgesellschaftspräsident Steffen Handstein laut Mitteilung.

Zu den Kundenwünschen zählten etwa eine ebenmäßige und harmonische Körpersilhouette oder eine frische, wache Ausstrahlung, zum Beispiel durch das Glätten kleiner Fältchen um Mund und Augen. Am häufigsten waren laut der Statistik Botox- vor Hyaluron-Behandlungen und Fettabsaugungen. An der Reihenfolge hat sich im Vergleich zu 2020 nichts geändert. Ebenso wenig am Geschlecht der Klientel: Meist sind es Frauen, die ihr Aussehen verändern lassen wollen.

Nach VDÄPC-Angaben handelt es sich um die „größte deutsche Ärztebefragung auf dem Gebiet der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie“. Berücksichtigt wurden OPs und Eingriffe von rund 100 Mitgliedern der Vereinigung in Praxen und Kliniken. Ein zentrales deutsches Register für Schönheits-OPs und weitere Eingriffe gibt es nicht. Bei den insgesamt verzeichneten rund 94.000 Eingriffen (2019/vor Corona: rund 83.000) handelt es sich mehrheitlich um sogenannte minimalinvasive Behandlungen. Die Zahl der Schönheits-OPs im Jahr 2021 wird mit knapp 39.000 angegeben. Besonders auffallend sei die Zunahme von Fettabsaugungen um insgesamt rund ein Drittel, hieß es.

Die Internationale Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (ISAPS) schätzte die jährliche Gesamtzahl an OPs und Behandlungen in Deutschland nach jüngsten verfügbaren Zahlen von 2020 auf über 1,1 Millionen. Weltweit wurden laut ISAPS verschiedene Effekte durch die Pandemie verzeichnet: einerseits viele zeitweise geschlossene Praxen, andererseits eine größere Nachfrage. Diese wurde unter anderem damit begründet, dass Menschen in Homeoffice-Zeiten flexibler sind, sich ungestörter vom Eingriff erholen können und durch die Bedeutung von Videokonferenzen eher Veränderungen im Gesicht wünschen.

(axd/dpa)