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Erste Schadensbilanz der Rückversicherer: Orkan verursachte Schäden von bis zu sieben Milliarden Euro

Erste Schadensbilanz der Rückversicherer : Orkan verursachte Schäden von bis zu sieben Milliarden Euro

München (RPO). Der Orkan "Kyrill", der vor gut einer Woche über ganz Deutschland wütete, verursachte Schäden von bis zu sieben Milliarden Euro. Zu diesem Schluss kommt die Versicherungsgruppe Münchener Rück.

Für sich selbst rechnet die Gruppe, einschließlich der Erstversicherungstochter ERGO, mit Kosten von bis zu 600 Millionen Euro vor Steuern.

Größter Einzelschaden für die Münchener Rück sei die Havarie des Container-Frachters "MSC Napoli" vor der südenglischen Küste, hieß es. Allein hier müsse der Schaden im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbetrag eingestuft werden.

Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek erklärte: "Die Sturmschäden lagen im Erwartungsbereich unserer Risikomodelle." "Kyrill" habe aber erneut das hohe Schadenpotenzial durch Winterstürme in Europa aufgezeigt. Jeworrek betonte, die Versicherungswirtschaft müsse das steigende Risiko durch Winterstürme im Zuge des Klimawandels in ihren Kalkulationen berücksichtigen.

Der Versicherer wies darauf hin, dass es sich lediglich um erste Schätzungen handele. Wegen der außerordentlich hohen Zahl an kleinen und mittelgroßen Schäden sei die Erhebung sehr schwierig und werde noch einige Zeit andauern. Daher seien zum jetzigen Zeitpunkt alle Prognosen zu den Schäden aus dem Wintersturm noch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.

Die höchsten Schäden sind nach Angaben der Münchner Rück in Deutschland, Großbritannien, den Benelux-Staaten, Österreich, Polen und Tschechien entstanden. In geringerem Umfang sei auch die Schweiz von dem Orkan betroffen gewesen.

Der Orkan "Kyrill" war mit Windgeschwindigkeiten zwischen 100 und 200 Kilometer pro Stunde über weite Teile Europas hinweg gezogen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Blick zurück: Orkan Kyrill wütete über Deutschland

(ap)