Unwetter Orkan "Franz" fegt über Deutschland hinweg

Hamburg (RPO). Mit Windstärken deutlich über 100 Stundenkilometern ist Orkantief "Franz" über Deutschland hinweggefegt. Der Sturm brachte Bäume zum Umstürzen, wehte Lastwagen um und brachte vielerorts den Fährverkehr zum Erliegen. Der Deutsche Wetterdienst hatte für 13 Bundesländer Unwetterwarnungen ausgegeben.

 Der Sturm hatte Deutschland fest im Griff.

Der Sturm hatte Deutschland fest im Griff.

Foto: AP, AP

"Franz" sorgte für Verkehrsbehinderungen in mehreren Bundesländern, darunter Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Umgestürzte Bäume brachten am Nachmittag den Bahnverkehr an mehreren Stellen vorübergehend zum Erliegen. Andernorts wehte der Sturm Lastwagen um. Zahlreiche Nordseefähren stellten ihren Betrieb ein, die meisten ostfriesischen Inseln waren vom Festland abgeschnitten.

Auf dem Brocken wurden bereits am Donnerstag Sturmböen von bis zu 172 Stundenkilometern gemessen. Windstärken von mehr als 120 Kilometern pro Stunde wurden am Nachmittag an der Nordseeküste, im Erzgebirge und im Schwarzwald registriert. Vor allem im Norden, Westen, in den Mittelgebirgen und am Alpenrand drohten bis in die Nacht schwere Unwetter mit Böen bis zu Windstärke zwölf.

Für 13 Bundesländer gaben die Meteorologen Unwetterwarnungen aus. Die Warnungen vor dem Orkantief "Franz" galten für alle Bundesländer bis auf Berlin, Brandenburg und Saarland. Die Meteorologen sprachen von einer extremen Gefahr wegen umherfliegender Gegenstände und umstürzender Bäume.

Am Donnerstag fuhr zwischen Oldenburg und Delmenhorst ein Arbeitsfahrzeug einer Gleisbaufirma auf einen umgestürzten Baum auf, der die Bahnstrecke Oldenburg-Delmenhorst blockierte. Menschen kamen nach ersten Erkenntnissen nicht zu Schaden, beide Gleise wurden bis zum Spätnachmittag gesperrt. Zwischen Hamburg und Stade stürzte ein etwa 25 Meter hoher Baum in eine Oberleitung und verursachte laut Polizei einen Gesamtschaden von 100.000 Euro.

Bei Husum in Schleswig-Holstein wurde ein Lastwagen regelrecht umgeweht. In Flensburg blockierten umgestürzte Bäume mehrere Straßen. Auf einer Brücke der Autobahn 71 bei Ilmenau stürzten auf Grund des Sturms mehrere Lastwagen um. Menschen wurden laut Polizei nicht verletzt.

Weiterhin milde Temperaturen

Für die Nacht zum Freitag rechneten die Meteorologen mit Regen in der Mitte Deutschlands und im Süden; für den Norden wurden Schauer bei wechselnder Bewölkung erwartet. Weiter wurden stürmischer Wind und Temperaturen von vier bis neun Grad vorausgesagt.

Am Freitag gibt es in Süddeutschland zunächst Regen, sonst bei wechselnder Bewölkung verbreitet Schauer. Die Temperaturen erreichen Werte zwischen sieben und elf, am Oberrhein um zwölf Grad. Der Wind weht stark bis stürmisch, im höheren Bergland kommt es erneut zu orkanartigen Böen. In der Nacht zum Samstag regnet es zeitweise, die Tiefstwerte liegen zwischen fünf und zehn Grad.

Am Samstag bleibt es meist stark bewölkt oder bedeckt, es fällt weiterhin zeitweise Regen oder Nieselregen. Mit Höchsttemperaturen zwischen 8 und 13 Grad, im Südosten örtlich bis zu 15 Grad, bleibt es sehr mild. Am Sonntag regnet es anfangs in der Mitte und im Süden, im Tagesverlauf setzen sich von Norden größere Wolkenauflockerungen durch. Die Tageshöchstwerte liegen bei 9 Grad im Norden und 13 Grad im Südwesten.

(afp)
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