Geistliche als Täter: Nun auch Missbrauchsfälle in Sachsen

Geistliche als Täter: Nun auch Missbrauchsfälle in Sachsen

Dresden (RPO). Im Bistum Dresden-Meißen in Sachsen sind mehrereFälle sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Geistlichebekanntgeworden. Erst am 26. Juni hätten sich zwei Opfer persönlichbei Bischof Joachim Reinelt gemeldet und mit ihm gesprochen, teilteeine Bistumssprecherin am Donnerstag in Dresden mit. Beide sollen alsMädchen in Heidenau von einem bereits 1971 verstorbenen Pfarrermissbraucht worden sein.

Ein weiterer Verdachtsfall im sächsischen Riesa liegt etwa 25Jahre zurück. Die Vorwürfe richten sich gegen einen damaligen Kaplan,der aufgrund der Anschuldigungen inzwischen von seinen Aufgaben alsPfarrer in der Seelsorge entbunden worden sei. Wegen Verjährungstellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen ein. Diekirchenrechtlichen Ermittlungen dauerten aber noch an, teilte dieSprecherin mit.

Bereits in den 70er und frühen 80er habe es zwei weitere Fällegegeben, die allerdings nach den Richtlinien der Kirche aufgearbeitetund durch die Staatsanwaltschaft abgeschlossen worden seien. InLeipzig läuft den Angaben zufolge zudem ein arbeitsgerichtlichesVerfahren gegen einen Lehrer einer katholischen Schule. Der Mann seikein Priester. Er wurde wegen sexueller Belästigung fristlosentlassen. Die Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren wegensexuellen Missbrauchs eingestellt.

(DDP/felt)