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Kein Schadensersatz für Renoir-Bild: NRW spart 32 Millionen Euro

Kein Schadensersatz für Renoir-Bild : NRW spart 32 Millionen Euro

Dortmund (RPO). Das Land Nordrhein-Westfalen muss keinen Schadensersatz in Millionenhöhe für eine bei der Staatsanwaltschaft Essen spurlos verschwundene Pastellzeichnung des französischen Impressionisten Pierre-Auguste Renoir zahlen. Die 25. Zivilkammer beim Landgericht Dortmund wies am Freitag die Klage des Eigentümers auf Zahlung von 32 Millionen Euro ab.

Steuerfahnder hatten das knapp 50 mal 34 Zentimeter große Bild 2004 bei einem Mann aus Kroatien beschlagnahmt und im Tresor der Staatsanwaltschaft Essen gesichert, weil sie seinerzeit schon Zweifel an der Echtheit des Renoir-Werkes hatten. Was dann genau passierte, ist nicht geklärt. Fest steht nur: "Das Bild ist weg!", wie die Vorsitzende Richterin Yasmin Tilmans in der mündlichen Verhandlung erklärte.

Gutachterin: Wert "tendiert gegen Null"

Die Kunsthistorikerin und Gutachterin Mayme Neher stellte fest, dass man mit einem "hochwertigen Renoir" allenfalls 600.000 Euro erzielen könne, keinesfalls aber 32 Millionen.

Das verschwundene Blatt namens "Mädchen mit Orange" sei nicht einmal einer von 500 Drucken des Originals, sondern eine Kopie des Faksimile. "In diesem Fall tendiert der Wert gegen Null", sagte die international renommierte Expertin für europäische Malerei des 19. Jahrhunderts.

Die Kammer entschied deshalb, dass die Staatsanwaltschaft Essen ihre Pflichten zwar verletzt habe, weil das von ihr verwahrte Bild abhandengekommen sei. Dem Anspruch des Klägers auf Schadensersatz stünde allerdings entgegen, dass es sich bei dem Bild um einen "wertlosen Faksimiledruck" handle.

Eine schriftliche Urteilsbegründung geht den Prozessbeteiligten noch zu.

(Az.: 25 O 6/11)

(DAPD/csr)