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Experten rechnen mit Epidemie: Noro-Viren-Infektion: Schon drei Tote

Experten rechnen mit Epidemie : Noro-Viren-Infektion: Schon drei Tote

Hamburg (RPO). Erkrankungen durch tückische Noro-Viren weiten sich deutschlandweit zu einer Epidemie aus. Seit Jahresbeginn starben bereits drei Menschen an den Folgen der Magendarm-Erkrankung, meldet das Robert-Koch-Institut. Experten rechnen damit, dass sich bis zu einer Million Menschen anstecken können.

Noro-Viren führen zu einer Magen-Darm-Erkrankung, die eine massive Austrocknung und im Extremfall den Tod zur Folge haben kann. Erschwerend kommt hinzu, dass es derzeit keine spezifischen Medikamente zur Bekämpfung der Viren gibt. Auch eine Impfung ist nicht möglich.

Unter den bisher für 2007 gemeldeten 16.800 Erkrankungen gab es zwei Todesfälle in Baden-Württemberg und einen in Nordrhein-Westfalen, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag mitteilte. Unklar war noch, ob eine Anfang Januar in einer Hamburger Klinik verstorbene 69-jährige Frau ebenfalls dem Virus zum Opfer gefallen ist.

Das Hamburger Marienkrankenhaus erklärte am Montag, die Frau sei zwar am Noro-Virus erkrankt gewesen. Es könne aber noch nicht abschließend gesagt werden, ob dieser die Ursache für den Tod war. Die Untersuchungen dauern an. Die Frau infizierte sich einem Bericht der "Hamburger Morgenpost" zufolge nach einer Chemotherapie in der Klinik und starb nach tagelangem Erbrechen und Durchfall. Die beiden Söhne der Frau machen demnach die Klinik für den Tod verantwortlich und haben Strafanzeige gestellt.

Das Noro-Virus macht sich mit heftigem Erbrechen und Durchfall bemerkbar. Meist klingen die Symptome binnen 48 Stunden ab, für sehr junge und sehr alte Menschen ist die Erkrankung gefährlicher. Das Virus ist sehr widerstandsfähig und hoch ansteckend, meist wird es von Mensch zu Mensch übertragen. Ideale Voraussetzungen findet es in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen und auch Krankenhäusern und Altenheimen, vor allem im Winter. Im Dezember waren in der Karibik an Bord des größten Kreuzfahrtschiffes der Welt, der "Freedom of the Seas", mehr als 380 Passagiere und Besatzungsmitglieder an dem Virus erkrankt.

(ap)