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Nordsee-Watt: Drei Männer bis zur Brust im Schlick nahe Neufeld versunken

Dramatische Rettung im Watt : Drei Männer bis zur Brust im Schlick versunken

Das war knapp: In einer dramatischen Rettungsaktion hat die Feuerwehr in Schleswig-Holstein drei Männer aus dem Watt gerettet, die bereits bis zur Brust im Schlick versunken waren.

Nur dank ihrer Handy-Taschenlampen und eines privaten Rettungshubschraubers haben drei bis zum Bauch im Watt versunkene Männer bei Dunkelheit am Mittwochabend vor dem Ertrinken bewahrt werden können.

Das Trio war zuvor mit seinem Boot havariert und hatte versucht zu Fuß an Land zu kommen, wie die Feuerwehr am Donnerstag mitteilte. Dabei versanken die Männer jedoch im Watt und konnten sich selbstständig nicht mehr befreien.

Es gelang ihnen daraufhin zwar, gegen 22.00 Uhr per Handy Rettungskräfte zu alarmieren. Doch die Feuerwehren aus Neufelderkoog, Marne und Brunsbüttel waren zunächst machtlos. Zum einen haben sie wegen der Dämmerung die Schiffbrüchigen von Land aus nicht lokalisieren können, zum anderen war wegen des schwierigen Geländes auch der Einsatz der Rettungstaucher aus Itzehoe nicht möglich.

Die Feuerwehr Brunsbüttel verständigte daraufhin den privaten Rettungshubschrauber „Northern Rescue D-HNHF“, der nach etwa zehn Minuten eingetroffen sei. Damit er die feststeckenden Männer in der Dunkelheit finden konnte, forderte die Feuerwehr die Havaristen auf, mit ihren Handy-Taschenlampen in den Himmel zu leuchten.

So konnte die Hubschrauberbesatzung die drei Männer laut Feuerwehr bereits im ersten Anflug ausmachen, sie mit einer Seilwinde aus dem Schlick ziehen und auf dem Deich absetzen. Insgesamt dauerte der Einsatz nach Angaben der Feuerwehr rund drei Stunden.

Ohne den Einsatz des Rettungshubschraubers der privaten Firma Northern Helicopter, die auf Luftrettung für die Offshore-Industrie spezialisiert ist, wäre eine Rettung jedoch nur schwer möglich gewesen, zeigte sich der Einsatzleiter der Feuerwehr Brunsbüttel, Lars Paulsen, überzeugt.

„Nicht nur an die Männer über den Land- oder Wasserweg heranzukommen wäre sehr zeitaufwendig und kräftezehrend gewesen, sondern auch die Befreiung aus dem Schlick selbst“, sagte Paulsen. „Die Einsatzkräfte wären ebenso im Schlick eingesunken und hätten keine Möglichkeit, die nötige Kraft aufzuwenden, um die Personen aus dem Schlick zu ziehen.“

(felt/dpa)