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Niedersachsen: Weitere Wölfin aus dem „Rodewalder Rudel“ erschossen

Niedersachsen : Weitere Wölfin aus dem „Rodewalder Rudel“ erschossen

In Niedersachsen ist erneut ein Wolf geschossen worden. Das nach ersten Erkenntnissen rund ein bis zwei Jahre alte weibliche Tier aus dem Rodewalder Rudel im Landkreis Nienburg wurde in der Nacht zum Mittwoch getötet, wie das Umweltministerium in Hannover mitteilte.

Der Leitrüde des Rudels mit der Kennung GW717m, für den es eine behördliche Abschuss-Genehmigung gibt, wird für viele Risse an Nutztieren verantwortlich gemacht. Nach Angaben des Ministeriums hat er sogar Rinder angegriffen.

Im Januar 2019 hatten die Behörden erstmals die Ausnahmegenehmigung zum Abschuss dieses Rüden erteilt. Sie wurde - mit einer zwischenzeitlichen Unterbrechung - mehrmals verlängert und war bis zum 15. April dieses Jahres befristet. Die Genehmigung galt zudem nur für den Bereich bestimmter Gemeinden im Landkreis Nienburg und im Heidekreis.

Da eine sichere Identifizierung des Rüden dem Ministerium zufolge im Gelände nicht zweifelsfrei möglich ist, könne diese nur über den „räumlich-zeitlichen Zusammenhang in Anknüpfung an die Schadensereignisse“ erfolgen. Für den nun eingetretenen Fall, dass ein anderer Wolf als GW717m entnommen werde, habe die Genehmigung bei fortdauernden Angriffen auf Nutztiere auch den Abschuss weiterer Tiere des Rudels erlaubt - „bis zum Ausbleiben der Schäden bzw. zum Abschuss von GW717m“. Die Tötung des Wolfs aus dem Rodewalder Rudel sei von der geltenden Rechtslage nach dem Bundesnaturschutzgesetz vollumfänglich gedeckt.

Erst im Februar und Anfang März hatten Jäger im Auftrag des Landes in den Landkreisen Cloppenburg und Uelzen zwei junge Wölfinnen getötet. Auch in diesen Fällen galten Abschussgenehmigungen für ein erwachsenes Tier des jeweiligen Rudels. Die niedersächsischen Grünen warfen Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Dienstag „Wild-West-Methoden“ bei den Abschüssen vor.

(felt/epd)