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NH90 der Bundeswehr: Offenbar 19 Mal Triebwerksprobleme

Anfälliger Militärhubschrauber : Offenbar gab es 19 Mal Triebwerksprobleme beim NH90

Die Pannenserie beim Militärhubschrauber NH90 ist länger als gedacht: Offenbar sind noch häufiger Triebwerksprobleme aufgetreten als bisher bekannt.

Das geht aus einem Brief der Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium (BMVg), Katrin Suder, an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, der am Mittwoch über die neue Hubschrauber-Rahmenvereinbarung entscheidet.

NH90 der Bundeswehr: Offenbar 19 Mal Triebwerksprobleme
Foto: AP, AP

In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es: "Die Firma Airbus Helicopters informierte das BMVg über weitere Fälle von Triebwerk-Stagnation". International seien demnach insgesamt 19 Vorfälle bekannt. Nach Angaben eines Sprechers des Ministeriums musste in drei Fällen der Flug beendet werden.

Bei den NH90 der Bundeswehr seien entsprechende Beschädigungen des Triebwerks in insgesamt fünf Fällen entdeckt worden, bestätigte der Sprecher. Bei zwei Transporthubschraubern fiel das Problem im Flugbetrieb auf: Am 19. Juni 2014 musste ein Pilot auf dem Bundeswehr-Stützpunkt Termes in Usbekistan notlanden, nachdem erst ein Triebwerk explodiert war und es dann auch noch nach der Betätigung des Feuerlöschschalters zu einem Kurzschluss gekommen war.
Etwas weniger spektakulär war ein weiterer Triebwerksschaden wenige Tage später in Leipzig. Die anderen drei Fälle seien bei der Bundeswehr "im Rahmen einer routinemäßigen Wartung" entdeckt worden, hieß es.

Das Problem mit dem leicht klemmenden Feuerlöschschalter des Hubschraubers, der in der Marine-Version von der Bundeswehr auch für Rettungsoperationen auf See eingesetzt werden soll, wurde von der Bundeswehr vorübergehend behoben. Dazu wurde eine Folie über dem Schalter entfernt. Damit soll ein "Verklemmen und damit Dauerstrom bei Betätigung der Feuerlöschanlage" verhindert werden. Mittelfristig kündigte Airbus Helicopter eine technische Nachbesserung zur Beseitigung dieses "Designfehlers" an.

Ein anderes Triebwerksproblem tritt beim Neustart eines nicht ausreichend abgekühlen Triebwerks auf. Für diesen Fall wurden die Piloten angewiesen, vor jedem Triebwerkstart zu "ventilieren", um Schäden zu vermeiden. Bis Ende 2016 will der Hersteller für die deutsche NH90-Flotte ein halbautomatisches Verfahren in das Betriebssystem des Helikopters integrieren.

Das Verteidigungsministerium hatte den Routineflugbetrieb für die NH90 wegen der bekannten Probleme am 6. Februar dieses Jahres gestoppt. Zwei Wochen später wurde der Flugbetrieb wieder aufgenommen.

(dpa)