Informationen im Internet: Neues Portal warnt vor Lebensmitteln

Informationen im Internet : Neues Portal warnt vor Lebensmitteln

Berlin (RPO). Als die EHEC-Epidemie die deutschen Kunden verunsicherte, gab es viel Kritik an der Informationspolitik. Nun bietet ein neues Verbraucherportal zumindest einen einheitlichen Überblick über gesundheitsgefährdende Lebensmittel. Auf lebensmittelwarnung.de veröffentlichen ab sofort alle Bundesländer ihre Warnhinweise. Wir haben uns das Portal näher angeschaut.

Glasstückchen in der Wurstkonserve, Salmonellen in der Edelsalami, Schimmel in der Knackwurst - appetitlich sind die Informationen auf dem neuen Portal www.lebensmittelwarnung.de nicht gerade, aber notwendig. Denn immer wieder müssen Lebensmittelhersteller Produkte zurückrufen, weil irgendetwas nicht stimmt. Meist erfahren die Verbraucher darüber aus den Medien, sie nachzulesen war bislang nicht ganz so einfach.

"Was der Verbraucher bislang auf den Portalen der Überwachungsbehörden mühevoll recherchieren musste, findet er jetzt mühelos" sagte der Leiter des Bundesamtes für Verbraucherschutz, Helmut Tschiersky-Schöneburg, bei der Vorstellung des Portals.

Produktinfos bis ins Detail

Und das in völlig schnörkeloser Tabellenform. Sachlich aufgelistet, wie man es von Behörden eben oftmals gewohnt ist. Gerade einmal drei Unterpunkte gibt es: Aktuelle und alle Warnungen sowie die Untergliederung nach Bundesländern. In den Kategorien selbst werden in Listenform vor den Lebensmitteln gewarnt, die bereits im Handel sind und deren Verzehr krank machen kann.

Und dann gibt es Informationen zu den Produkten bis ins kleinste Detail. Datum, wann gewarnt wurde, die genaue Bezeichnung des Produktes mit Größe und Mindesthaltbarkeitsdatum, die Bundesländer, die betroffen sind. Ein kleiner Klick weiter und der Nutzer erhält noch mehr Informationen zu dem Produkt inklusive vollständiger Adresse des Herstellers. Sogar Bilder etwa von einem schimmeligen Produkt sind abgebildet.

Wer aber nicht ständig auf die Seite schauen und dennoch keine Warnung verpassen will, der wird auch ganz modern informiert - nämlich per Twitter. Auch ein E-Mail-Dienst soll demnächst eingerichtet werden. Man gibt sich modern, was aber nicht bei allen gut ankommt. Die Verbraucherorganisation Foodwatch etwa plädiert eher für eine "aktive, tagesaktuelle Informationspflicht".

Anders als lebensmittelklarheit.de

Auch wenn die Seite sehr nüchtern daher kommt, so bietet sie doch einen guten Überblick für die oftmals verunsicherten Verbraucher. So kann er alles in Ruhe nachlesen. Andererseits könnte auch eine Verwechslungsgefahr bestehen. Denn erst vor Kurzem hatten die Verbraucherzentralen eine zumindest im Namen ähnliche Seite online gestaltet.

www.lebensmittelklarheit.de heißt die Seite, auf der sich Verbraucher allerdings selbst über Produkte beschweren kann, bei denen er etwa eine falsche Verpackungsgröße oder Formfleisch entdeckt. Das Portal war massiv von der Branche kritisiert worden, das Interesse der Verbraucher war aber so groß, dass die Seite am ersten Tag teils nicht mehr erreichbar war.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So viel Luft steckt in Lebensmittelverpackungen

(mit Agenturmaterial)