Tote Neunjährige aus Sachsen Tatverdächtiger im Fall Valeriia in Prag festgenommen

Update | Döbeln · Im Fall der getöteten Valeriia aus Döbeln ist ein 36-Jähriger in Prag festgenommen worden. Er sei dringend tatverdächtig, das Mädchen getötet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft Chemnitz am Freitag mit.

Valeriia: Döbeln trauert um tote Neunjährige aus Sachsen
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Luftballons und Kerzen für Valeriia

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Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Nach dem Tötungsdelikt an einem neun Jahre alten Mädchen aus dem sächsischen Döbeln hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Der 36 Jahre alte Mann sei am Freitag in einem Restaurant in der tschechischen Hauptstadt Prag gefasst worden, teilte die Polizei in Chemnitz mit. Er sei dringend verdächtig, das Kind getötet zu haben.

Fahnder gaben den tschechischen Polizisten den Angaben zufolge den Hinweis auf den moldauischen Staatsangehörigen. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hatte einen nationalen und internationalen Haftbefehl gegen ihn beantragt, der vom Amtsgericht Chemnitz erlassen wurde.

Der Mann befinde sich derzeit im Gewahrsam der tschechischen Behörden, hieß es weiter. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft habe ein Überstellungsersuchen ins Nachbarland geschickt. Der wegen Totschlags gesuchte Mann solle schnell nach Deutschland überstellt werden.

Die Ermittlungen laufen den Angaben zufolge weiter. Weitergehende Auskünfte könnten derzeit nicht erteilt werden. Das Mädchen war tagelang gesucht worden. Ihre Leiche wurde schließlich im Unterholz eines Walds bei Döbeln gefunden.

Die Neunjährige war am 3. Juni verschwunden und seitdem vermisst worden. Die Ermittler gehen von einem Verbrechen aus, machen aber keine näheren Angaben zur Todesursache. Hinweise auf ein Sexualdelikt gebe es nicht.

In der 24.000 Einwohner zählenden Stadt herrscht große Trauer über den Tod des Mädchens. Das am Wochenende geplante Stadtfest wurde abgesagt. Stattdessen soll es einen Gedenkgottesdienst geben. Die Bevölkerung ist aufgerufen, am Freitagabend gemeinsam mit Kerzen auf dem Obermarkt des Mädchens zu gedenken.

Valeriia wurde Opfer eines Verbechens

Die Neunjährige wurde Opfer eines Verbrechens, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. „Der Verlust eines Kindes zerreißt einem das Herz“, sagte der Chemnitzer Polizeipräsident Carsten Kaempf. Auf der Suche nach dem Mädchen hatte die Polizei am Dienstag eine Leiche gefunden. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um Valeriia.

Mehr als 400 Einsatzkräfte der Polizei aus Sachsen und Sachsen-Anhalt hatten am Dienstag nach dem Mädchen gesucht. Valeriia war am 3. Juni zuletzt gesehen worden, als sie sich auf den Weg zur Schule machte. Doch zum Unterricht war das Mädchen nie erschienen.

Seitdem waren immer wieder hunderte Einsatzkräfte ausgerückt, unter anderem wurde der Fluss Mulde durchkämmt sowie Anwohnerinnen und Anwohner befragt. Dabei kamen auch spezielle Hunde, ein Hubschrauber und Taucher zum Einsatz. Die Menschen in Döbeln waren gebeten worden, in eigenen Gärten, Kellern, Garagen oder Schuppen nach dem Mädchen Ausschau zu halten. Zusätzlich hatten sich private Suchtrupps gebildet.

Das aus der Ukraine stammende Mädchen lebte mit seiner Mutter seit 2022 in Deutschland. Der Vater ist den Angaben zufolge nach wie vor in der Ukraine. Die Polizei hatte in alle Richtungen ermittelt. Auch zum Vater bestand enger Kontakt.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

(aku/kkt/zim/afp/dpa)