Nach Privatinsolvenz Angermunder muss noch mit 69 weiter jobben – und ist trotzdem nicht unglücklich

Düsseldorf · Udo Dierig hat sein Leben lang gearbeitet. Dann ging sein Unternehmen pleite, es folgte der finanzielle Ruin. Jetzt muss er auch im Rentenalter weiter Geld verdienen. Kein Einzelfall in Deutschland.

 Rentner Udo Dierig fährt mit einem Personentransporter der Caritas Demenzkranke durch Düsseldorf.

Rentner Udo Dierig fährt mit einem Personentransporter der Caritas Demenzkranke durch Düsseldorf.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Udo Dierig hatte Vorstellungen von seinem Ruhestand, die genau und ungenau zugleich waren. „Mit der Harley durch die Gegend fahren. Und irgendwas Soziales, am liebsten mit Kindern.“ Denkt er an seine Pläne zurück, blickt er ins Leere, als würde er das Motorrad unter sich spüren, den Wind im Gesicht. Es ist anders gekommen. Dierig bezieht 300 Euro Grundsicherung, von der er die Kosten für seine private Krankenversicherung bezahlen kann. Dann hat er noch etwa 1000 Euro Rente, vor Miete, Heizung, Strom und allen anderen Fixkosten.