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Kohleförderung soll spätestens 2012 auslaufen: Nach Erdbeben nur noch "Rumpfbergbau"

Kohleförderung soll spätestens 2012 auslaufen : Nach Erdbeben nur noch "Rumpfbergbau"

Saarbrücken (RPO). Die Kumpel im Saarland dürfen wieder unter Tage: Nachdem das Bergwerk in Saarbrücken aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste, bauen die Bergarbeiter jetzt wieder Kohle ab - allerdings auf stark reduziertem Niveau.

Nach dem kompletten Abbaustopp aufgrund eines durch die Kohleförderung verursachten Erdbebens soll in einem Flöz der Abbau unter Auflagen wieder möglich sein, wie die Landesregierung am Montag in Saarbrücken mitteilte. Über die befristete Förderung in einem weiteren Bereich fiel noch keine Entscheidung. Ministerpräsident Peter Müller (CDU) betonte, er handele sich nur noch um einen Rumpfbergbau von rund 25 Prozent des früheren Fördervolumens. Der Steinkohlebergbau an der Saar gehe spätestens zum Jahr 2012 zu Ende.

Grundlage für eine Wiederaufnahme der Förderung im Flöz Grangeleisen durch die Ruhrkohle AG (RAG) waren laut Landesregierung mehrere Gutachten, nach denen ein Abbau dort unter bestimmten Voraussetzungen ohne Gefahren möglich ist. Deshalb ordnete die Regierung nachträgliche Auflagen etwa zur Abbaugeschwindigkeit an. Die RAG will auch in einem weiteren Bereich Kohle abbauen. Dieses Vorhaben sei aber noch nicht entscheidungsreif, erklärte Müller. Bereits zuvor war entschieden worden, dass in dem Großteil des früheren Abbaugebietes keine Förderung mehr erfolgen soll.

Die Kohleförderung war nach dem durch den Bergbau bedingten Erdbeben Ende Februar bis auf weiteres ausgesetzt worden. Schon in der Vergangenheit war es mehrfach zu Erdbeben in der Region gekommen. Das Ende des Bergbaus soll nach Angaben der Landesregierung "sozialverträglich" erfolgen. Die Regierung strebe deshalb weiter einen "Solidarpakt" an.

(afp)