„Stunde der Wintervögel“ Zählaktion des Nabu – Wintervögel machen sich rar

Berlin · Bei der Mitmachaktion des Naturschutzbundes meldeten weniger Bürger weniger Wintervögel. Welche Tiere seltener und welche häufiger gesichtet wurden.

Diese Vögel sind im Winter in Deutschland
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Diese Vögel sind auch im Winter in Deutschland

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Foto: Carsten Pfarr

Bei der Mitmachaktion „Stunde der Wintervögel“ vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und dem bayerischen Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) wurden weniger Vögel gezählt als im Vorjahr. Wie Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller am Mittwoch, 11. Januar, mitteilte, hätten aufgrund des regnerischen Wetters auch weniger Bürger an der Zählung teilgenommen.

„Bisher haben mehr als 77.000 Menschen knapp 1,9 Millionen Vögel bei uns gemeldet. Da hoffen wir noch auf viele Nachmeldungen. Unsere Ornithologen werten im Anschluss die Ergebnisse detailliert aus“, so Miller. Nachmeldungen seien noch bis zum 16. Januar möglich.

Auch die Sichtungen der Wintervögel fielen bisher geringer aus als in den Jahren davor. So wurden mit im Durchschnitt 33,9 Vögel pro Garten weniger gemeldet als 2022. Damals waren es 35,5 Vögel. „Wie wir bereits vermutet hatten, haben sich typische Wintergäste aus Nord- und Osteuropa, wie der Bergfink, weniger häufig am Futterhaus gezeigt als letztes Jahr. Vermutlich sind sie aufgrund des milden Winters in ihren Brutgebieten geblieben“, so Miller.

„Typische Waldvogelarten wie Buchfink, Eichelhäher, Buntspecht, Kernbeißer wurden ebenfalls weniger häufig gezählt“, bilanziert der Geschäftsführer weiter. Gründe hierfür könnte das sogenannte Mastjahr sein. Weil es besonders viele Baumfrüchte im Wald gibt, müssten Vögel seltener in die Siedlungen kommen, um Futter zu finden.

Wie schon im vergangenen Jahr liegen Haussperling, Kohlmeise und Blaumeise auf den ersten drei Plätzen – sie wurden bei der aktuellen Aktion am häufigsten gezählt.

Häufiger als 2022 wurde die Türkentaube gemeldet: Ein Plus von 27 Prozent. Sie zeigt insgesamt eine ansteigende Tendenz in letzten Jahren. „Als Profiteur steigender Temperaturen brütet die Art wahrscheinlich immer erfolgreicher in den warmen Sommern“, vermutet Miller. Ebenfalls häufiger sichteten die Teilnehmer den Zaunkönig: Er wurde mit einem Plus von 38 Prozent deutlich häufiger gezählt. Auch geografische Unterschiede macht Miller aus: „Besonders viele Sichtungen kamen aus Schleswig-Holstein, der kleine Vogel fühlte sich auch schon in den vergangenen Jahren in frostarmen, küstennahen Regionen besonders wohl.“

Beobachtungen können noch bis 16. Januar unter www.nabu.de/onlinemeldung gemeldet werden. Die nächste Vogelzählung findet vom 12. bis 14. Mai mit der „Stunde der Gartenvögel“ statt.

(akir/ots)