Nabu-Aktion 2020: Naturfreunde sollen Wintervögel zählen

Mitmach-Aktion für Naturfreunde : Naturschutzbund ruft zum Vogelzählen auf

Am Wochenende schlägt wieder die Stunde der Wintervögel: Naturfreunde sollen etwa im heimischen Garten Vögel zählen. Dadurch will der Nabu Erkenntnisse darüber gewinnen, wie sich die beiden vergangenen Dürresommer auf die Vogelpopulation ausgewirkt haben.

Amsel, Meise oder Rotkehlchen: Am Wochenende sollen Naturfreunde beobachten, wie viele unterschiedliche Vögel sie an einem Standort sehen. Zum zehnten Mal ruft der Naturschutzbund (Nabu) zur „Stunde der Wintervögel“ auf, diesmal von Freitag, 10. Januar, bis Sonntag, 12. Januar. Eine Stunde lang sollen etwa am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park Wintervögel gezählt werden. „Die dabei gesammelten Daten sind für Vogelschützer äußerst wertvoll, weil sie Aufschluss über den Zustand der heimischen Vogelwelt geben“, so Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die „Stunde der Wintervögel“ ist laut Nabu Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

„Nach dem zweiten Rekordsommer in Folge könnte die Zählung Aufschluss darüber geben, wie sich anhaltende Dürre und Hitze auf die heimische Vogelwelt auswirken“, sagte Miller. In den vergangenen beiden Sommern wurden in Deutschland immer wieder Hitzerekorde gebrochen. Zudem regnete es sehr wenig – was beispielsweise auch Auswirkungen auf die heimischen Wälder hat. „Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse“, so Miller.

In diesem Winter rechnen die Naturschützer zum Beispiel mit neuen Erkenntnissen zum Eichelhäher. „Im Herbst haben wir einen massiven Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet“, sagte Miller. Als Grund vermuten die Ornithologen, dass 2018 in Nordosteuropa besonders viele Eicheln heranreiften. So konnten mehr Vögel über den Winter kommen und später brüten. „Viele sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung vorhanden ist.“

Ein Rotkehlchen ist in einem Garten zu sehen. Foto: dpa/Patrick Pleul

Ergebnisse der Zählung können Vogelfreunde online bis zum 20. Januar melden. Dort ist auch ein Lernvideo zur Bestimmung von Vögeln abrufbar. Darüber hinaus ist am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Telefonnummer 0800 1157115 geschaltet. Bei der letzten großen Wintervogelzählung 2019 machten 138.000 Naturfreunde mit. Der Haussperling wurde dabei am meisten gesichtet, gefolgt von Kohlmeise und Feldsperling.

(özi/ dpa)