1. Panorama
  2. Deutschland

Mundpropaganda: Promi-Männer knutschen gegen Homophobie

Aktion #mundpropaganda : Promi-Männer knutschen gegen Homophobie

Schauspieler Ken Duken nimmt das Gesicht seines Kollegen Kostja Ullmann in die Hand und küsst ihn ganz sanft auf den Mund. Das aber nicht etwa für eine neue Rolle, sondern für die Aktion #mundpropaganda eines deutschen Magazins. Die beiden wollen damit ein Zeichen gegen Homophobie setzen – und manch anderer Promi auch.

Schauspieler Ken Duken nimmt das Gesicht seines Kollegen Kostja Ullmann in die Hand und küsst ihn ganz sanft auf den Mund. Das aber nicht etwa für eine neue Rolle, sondern für die Aktion #mundpropaganda eines deutschen Magazins. Die beiden wollen damit ein Zeichen gegen Homophobie setzen — und manch anderer Promi auch.

"Wer hätte gedacht, dass ich mal Moses Pelham küsse" twitterte Thomas D. von den Fantastischen Vier am Mittwoch. Darunter postete er das Making of zu der Kampagne, die in den sozialen Netzwerken am Mittwoch intensivst diskutiert und geteilt wurde: #mundpropaganda.

Initiiert wurde sie von dem Magazin GQ, das in seiner Januar-Ausgabe prominente, sich küssende und — wie das Magazin betont — heterosexuelle Männer zeigt. Da knutscht etwa Sänger Herbert Grönemeyer Schauspieler August Diehl, der Beachvolleyball-Olympiasieger Julius Brink seinen Team-Partner Jonas Reckermann oder eben Thomas D. Moses Pelham. Auch die Bands Revolverheld und Fettes Brot haben mitgemacht.

"Jeder ist wie er ist", sagt Thomas D. in dem Video zur Aktion, das auf Youtube veröffentlicht wurde. Und August Diehl erinnert an die Anti-Schwulen-Kampagnen Russlands und bemerkt, dass die Leute in Russland, die das Probleme haben, mit Aktionen wie dieser sehen sollen, dass sie nicht allein seien.

Für die Promi-Männer war es aber auch eine ganz neue Erfahrung, wie etwa Julius Brink zugibt. "Das war das erste mal, dass ich einen Mann auf die Lippen geküsst habe", sagt er. Und Herbert Grönemeyer sagt über den Kuss mit August Diehl: "Er hat wunderbare Lippen."

Ganz so einfach scheint es für die GQ-Macher aber nicht gewesen zu sein, Promi-Männer für die Aktion zu gewinnen. So teilte Chefredakteur José Redondo-Vega mit: "Die Absagen, die wir auf der Suche nach Unterstützern für diese Initiative bekamen, haben uns gezeigt, dass selbst in Deutschland noch ein weiter Weg zu gehen ist." Er selbst bemerkt im Editorial des Magazins: "Sich küssende Heteros — dieser Mut ist absolut männlich. Dieser Mut ist eines Gentleman würdig."

Im Netz jedenfalls kommt die Aktion gut an. Auf Twitter und Facebook gibt es vor allem Lob dafür. Manch einer kritisiert die Aktion aber auch als reine PR, fragt, warum keine Frauen ausgewählt worden sind oder monieren auch, dass extra betont wurde, dass es ausnahmslos heterosexuelle Männer sind, die an #mundpropaganda teilnahmen.

Hier geht es zur Infostrecke: Promi-Männer knutschen gegen Homophobie

(das)