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Ungeschönte Worte: Müntefering spricht über den Tod

Ungeschönte Worte : Müntefering spricht über den Tod

Berlin (RPO). SPD-Chef Franz Müntefering hat sich in einem Interview erstmals offen über den Tod seiner Frau Ankepetra geäußert. Er blickt darin zurück auf eine bewegende Zeit voller Leid und Schmerz, aber auch intensiven Glücks. Er selbst wünscht sich einen schnellen Tod.

Er wolle an seinem eigenen Ende "nicht große Schmerzen erleiden müssen. Dann soll mich der Tod lieber ganz plötzlich erwischen", sagte Müntefering dem Magazin "Stern" laut Vorabmeldung vom Sonntag. In dem Interview äußerte sich der 68-Jährige zu dem Tod seiner Ehefrau Ankepetra, die Ende Juli nach einer Krebserkrankung starb.

Das Wissen um das nahe Ende sei "schrecklich" gewesen. Andererseits habe er es "als Privileg empfunden, dass wir eine so intensive Zeit miteinander verbringen konnten. Es war gut für sie und für mich", sagte Müntefering. "Wir hatten noch viele schöne Stunden und Tage. Wir saßen fröhlich im Garten, haben miteinander geredet. Das war, neben allem Schmerz, auch ein gutes Stück Leben."

Seine Frau und er hätten bereits vor Jahren verabredet: "Wenn einer von uns ein Pflegefall werden sollte, kümmert sich der andere um ihn, wenn irgend möglich zu Hause", sagte Müntefering. Er sei durch seine Eltern geprägt. Sein Vater habe seine Mutter lange gepflegt, es habe ihn sehr bedrückt, "dass ich nicht dabei war, als er starb".

Nach dem Tod des Vaters habe die Familie seine Mutter zu Hause gepflegt. "Damals habe ich gelernt, wie wichtig es für meine Mutter war, bei uns zu sein, in der Familie, nicht irgendwo, wo man hinfährt und sie besucht", sagte Müntefering. "Wir leben in einer so zeitreichen Gesellschaft, und trotzdem sterben so viele Menschen einsam. Das dürfte eigentlich nicht sein."

(AP)