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Zweijähriger starb qualvoll: Misshandelter Kevin starb offenbar im Mai 2006

Zweijähriger starb qualvoll : Misshandelter Kevin starb offenbar im Mai 2006

Bremen (RPO). Neues im Prozess um Kevin aus Bremen: Der von seinem Ziehvater misshandelte Kevin ist anscheinend im Mai 2006 gestorben. Ein 35-jähriger Polizeibeamter sagte am Dienstag vor dem Landgericht Bremen aus, der angeklagte Bernd K. habe kurz vor dem Fund der Leiche Kevins gesagt, seine Frau sei tot, und auch sein Junge sei im Mai gestorben.

Der Beamte sagte, er habe diese Aussage zunächst nicht auf Kevin bezogen. Denn im Auftrag des Jugendamtes sollte nach einem lebenden Kind gesucht werden. Bislang war der Monat, in dem Kevin starb, unbekannt. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklage von einem Todeszeitpunkt zwischen Ende April und Juni 2006 aus.

Der Polizeibeamte hatte zusammen mit vier Kollegen am 10. Oktober 2006 die Wohnungstür von Bernd K. aufgebrochen, um Kevin ins Kinderheim zu bringen. Nachdem die Leiche des Jungen gefunden worden war, sei der Angeklagte zum Polizeipräsidium gebracht worden.

Der Polizeibeamte sagte, er habe auf der Fahrt die Vermutung geäußert, dass es noch Ärger für die Mitarbeiter des Jugendamts geben werde. Eine Kollegin erinnerte sich, dass Bernd K. daraufhin sagte: "Sie trifft keine Schuld. Ich bin das Schwein."

Als der Ziehvater später den Festnahmebericht unterschreiben sollte, habe er dies verweigert, sagte der Beamte. Als Delikt sei "Mord" notiert worden, dies habe den Mann erstmals zu einer Gefühlsregung veranlasst. "Er war sehr aufgebracht", sagte der Zeuge.

Der 42-jährige Ziehvater von Kevin muss sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Der Angeklagte verweigert bislang die Aussage. Der Prozess wird am Donnerstag mit der Befragung weiterer Zeugen fortgesetzt.

(afp)