Miniatur Wunderland in Hamburg kontert Hass-Brief

Viral-Post : Hamburger Miniatur Wunderland kontert Hass-Brief

Weil bei einer wohltätigen Aktion des Miniatur Wunderlandes in Hamburg auch Flüchtlinge kamen, erhielt das Unternehmen einen Hass-Brief. Das wollten die Betreiber so nicht auf sich sitzen lassen und veröffentlichten das Schreiben im Netz.

Mit der Aktion "Ich kann es mir nicht leisten" lädt das Miniatur Wunderland in Hamburg seit geraumer Zeit bedürftige Menschen dazu ein, der Modelleisenbahn-Anlage einen Besuch abzustatten — kostenlos. 10.000 Menschen nutzten das laut der Webseite im vergangenen Jahr, darunter auch Flüchtlinge. In diesem Januar war es wieder soweit, örtliche Medien berichteten.

Das gefiel einem Mann und Eisenbahn-Fan offenbar gar nicht. Er schrieb dem Wunderland einen Brief und erklärte, dass er und "alle Freunde der Eisenbahn" nicht mehr dorthin kommen würden. Er schreibt von "Syrier im Wunderland" (Rechtschreibfehler beibehalten, Anmerk. d. Red.) und davon, dass "wir den Eintritt für diese Wirtschaftsflüchtlinge durch unserer Arbeit bezahlen" müssen. Und schließlich wünscht er den Betreibern noch eine "Bombenlose Zeit".

Das Wunderland kontert — indem es den Brief auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte. "Es reicht!", schreiben die Betreiber dazu und bitten, den Beitrag zu teilen, "dass die vielen liebevollen und wunderbaren Menschen in Deutschland, die bisher nur zuschauen, uns helfen nun endlich lauter zu werden." Und weiter: "Lasst uns gemeinsam Haltung für eine Welt zeigen, die wieder die Menschlichkeit in den Vordergrund stellt."

25 Prozent der Besucher waren Flüchtlinge

Die Betreiber erklären, dass sie mehrere solcher Nachrichten erhalten hätten, weil 25 Prozent der Besucher der Aktion Flüchtlinge gewesen seien. Mit dem Absender des veröffentlichten Briefes hätten sie zudem telefoniert.

Bei den Fans der Facebook-Seite jedenfalls kam die Aktion überwiegend positiv an, mehr als 13.500 Mal wurde der Beitrag geteilt, annähernd ebenso viele Likes gab es. "Ein Grund mehr das Miniaturwunderland zu besuchen", schreibt ein User. Ein anderer schreibt von Fremdschämen. Und eine Frau bedankt sich für die Aktion, die ihrer Tochter und den Kindern einer Freundin so viel Freude bereitet hätten.

Aber mitunter gab es auch Kritik. So schreibt ein Facebook-Nutzer, dass das Wunderland "genau so stark Position FÜR die Flüchtlinge und damit gegen die Bedürfnisse unserer bedürftigen Landsleute" beziehe. Er fordert gleichberechtigtes Agieren — hat aber offenbar überlesen, dass zu der Aktion alle Bedürftigen eingeladen waren.

(das)
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