Schwere Sturmflut in Deutschland: Millionen-Schäden auf Helgoland

Schwere Sturmflut in Deutschland : Millionen-Schäden auf Helgoland

Düsseldorf (RPO). Das erste große Orkantief des Herbstes, Tilo, hat in Deutschland schwere Schäden hinterlassen. Besonders schlimm hat es die einzige deutsche Hochseeinsel Helgoland erwischt. Hier wird mit Millionen-Schäden gerechnet.

Hunderttausende Kubikmeter Sand sind an der vorgelagerten Badeinsel verloren gegangen. Ein Teil des Hafens wurde überspült, Arbeiter mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Flut traf Helgoland so schwer wie seit etwa 30 Jahren nicht mehr, wie Tourismusdirektor Klaus Furtmeier sagte. Die Insel sei von der Intensität des Sturms überrascht worden.

In Teilen des Hamburger Hafens und seiner Randgebiete hieß es "Land unter". Mehrere Schuten rissen sich los, eine versank. Die Große Elbstraße mit der Fischauktionshalle stand meterhoch unter Wasser. Einen Großeinsatz erforderte ein Wassereinbruch an der Baustelle der künftigen Hamburger U-Bahnlinie 4. Insgesamt waren rund 400 Feuerwehrleute im Einsatz. Wegen zahlreicher gesperrter Straßen herrschte in Teilen der Hamburger Innenstadt Verkehrschaos.

Am Abend beruhigt sich die die Hochwasserlage in Hamburg langsem. Für das nächste Hochwasser am Samstagmorgen um 04.38 Uhr rechne man nur noch mit einem Wasserstand von bis zu 1,5 Metern über mittlerem Hochwasser, sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am Abend. "Wir erwarten keine weitere Sturmflut", erklärte sie. Am Samstagnachmittag gegen 17.00 Uhr werde der Pegel voraussichtlich nur noch einem halben Meter über dem mittlerem Hochwasser liegen.

Glimpflicher kam dagegen Sylt davon. Die Schäden des letztens Sturms waren noch nicht behoben, daher sind weitere Dünenbereiche von den Fluten weggerissen worden. Massive Dünenabbrüche hat es auch an den ostfriesischen Inseln Juist, Langeooge und Spiekerooge gegeben. Der Schiffsverkehr zwischen allen Inseln und dem Festland war für Stunden unterbrochen. Passagiere der Borkum-Fähre zwischen Borkum und Emden saßen fest, weil der Kai in Emden überflutet war und die Passagiere deswegen das Schiff nicht verlassen konnten.

Mehr von RP ONLINE