Messerangriff in Würzburg Bislang noch keine Hinweise für islamistisches Motiv entdeckt

Würzburg/Chemnitz · Ermittler haben in der Unterkunft des Tatverdächtigen vom Messerangriff in Würzburg nach eigenen Angaben bisher keine Hinweise für ein islamistisches oder extremistisches Motiv entdeckt. Dieser hatte aber bereits 2015 in Sachsen einen Streit, in dem ein Messer eine Rolle spielte.

 Trauerkerzen und Blumen liegen vor einem Kaufhaus in der Innenstadt, in dem ein Mann Menschen mit einem Messer attackiert hatte.

Trauerkerzen und Blumen liegen vor einem Kaufhaus in der Innenstadt, in dem ein Mann Menschen mit einem Messer attackiert hatte.

Foto: dpa/Nicolas Armer

„Bislang sind beim Tatverdächtigen noch keine Hinweise auf Propagandamaterial oder sonstige extremistische Inhalte gefunden worden“, teilten Generalstaatsanwaltschaft München und Landeskriminalamt am Dienstag mit. Das Ermittlungsverfahren dauere an. Im Zuge dessen soll es ein psychiatrisches Gutachten geben, um zu klären, ob der 24 Jahre alte Somalier bei der Tat am Freitag schuldfähig war und in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werden muss.

Der Migrant hatte in der Würzburger Innenstadt auf Menschen eingestochen, die er wohl gar nicht kannte. Drei Frauen starben, sieben Menschen wurden verletzt, darunter ein elfjähriges Mädchen. Der 24-Jährige wurde mit einem Polizeischuss gestoppt. Er sitzt in Untersuchungshaft - wegen dreifachen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung sowie vorsätzlicher Körperverletzung.

Fotos: Polizeigroßeinsatz nach Messerangriff in Würzburg mit Toten und Verletzten
7 Bilder

Polizeigroßeinsatz nach Messerangriff in Würzburg mit Toten und Verletzten

7 Bilder
Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Der Tatverdächtige im Fall des tödlichen Angriffs von Würzburg hatte bereits 2015 in Sachsen einen Streit, in dem ein Messer eine Rolle spielte. Bei der Auseinandersetzung in einer Asylunterkunft Ende 2015 erlitten der heute 24-Jährige und sein Kontrahent leichte Schnittverletzungen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz am Dienstag auf Anfrage sagte. Die Verletzungen seien aber nur oberflächig gewesen und hätten keiner ärztlichen Versorgung bedurft.

Bei dem Streit ging es um die Benutzung eines Kühlschranks. Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung wurden laut Staatsanwaltschaft Anfang 2017 eingestellt, weil es den Angaben zufolge aufgrund widersprüchlicher Aussagen keinen Tatnachweis gab.

Über die Ermittlungen in Sachsen berichtete am Montagabend zuerst die „Welt“, die Staatsanwaltschaft Chemnitz äußerte sich daraufhin auf Anfrage.

Der 24 Jahre alte Somalier hatte am Freitagnachmittag in der Würzburger Innenstadt drei Frauen mit einem Messer getötet. Zudem verletzte er laut Polizei drei weitere Frauen, ein Mädchen und einen Jugendlichen lebensgefährlich sowie einen Mann und eine weitere Frau leicht. Die Hintergründe sind unklar. Der Verdächtige ist in Untersuchungshaft - wegen dreifachen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung sowie vorsätzlicher Körperverletzung.

Der Tatverdächtige hatte von 2015 bis 2019 in Sachsen, anschließend in Bayern gelebt.

(ahar/dpa)