Messerangriff in Intercity-Zug in Flensburg - ein Toter

Gewalttat in Flensburg : Messerangriff im Zug - mutmaßlicher Täter erschossen

In einem Zug in Flensburg ist am Abend nach einem Messerangriff ein Mensch getötet worden. Zwei Personen wurden verletzt. Die Hintergründe sind auch Stunden nach der Gewalttat unklar.

Nach einem Messerangriff in einem Intercity-Zug im Flensburger Bahnhof ist der mutmaßliche Täter erschossen worden. Ein Mann und eine Frau wurden nach ersten Erkenntnissen mit Messerstichen verletzt, einer von ihnen schwer. Das teilte die Bundespolizei in Flensburg am späten Abend mit.

Bei der Frau handelt es sich um eine Polizistin, die nach dpa-Informationen in dem Intercity-Zug mitreiste. Die 22-Jährige habe nach derzeitigen Erkenntnissen ihre dienstliche Schusswaffe eingesetzt, teilte die Polizei mit. Weitere Angaben zu der Tat machte der Sprecher der Bundespolizei nicht. Auf die Frage nach einem möglichen terroristischen Zusammenhang sagte er: "Ein terroristischer Hintergrund ist mir nicht bekannt."

Polizisten sichern den Bahnsteig im Flensburger Bahnhof. Foto: dpa/Sebastian Iwersen

Ein Polizeisprecher sagte zur „Bild“-Zeitung, dass die Polizistin nicht im Dienst war, aber in Uniform in dem Zug reiste. „Das ist nichts Außergewöhnliches, Polizisten dürfen in Uniform Zug fahren und sind dabei auch bewaffnet“, wurde der Sprecher zitiert.

Der IC 2406 befand sich auf dem Weg von Köln nach Flensburg. Der Vorfall ereignete sich laut Bundespolizei gegen 19 Uhr im Bahnhof Flensburg. Der Bahnhof wurde nach dem Angriff geräumt, die Zufahrtsstraßen gesperrt. Der Zugverkehr nach Flensburg wurde unterbrochen. Bundespolizei, Landespolizei und Kriminalpolizei waren vor Ort. Staatsanwaltschaft und Kripo haben die Ermittlungen übernommen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich "tief bestürzt" über den Messerangriff gezeigt. "Beiden Verletzten gilt mein tiefes Mitgefühl und ich wünsche ihnen eine hoffentlich schnelle Genesung", erklärte Seehofer am Abend. Dem Land Schleswig-Holstein bot Seehofer "jede gewünschte Hilfe" an. "Gewalt darf nie geduldet werden, sei sie gegen die Bevölkerung oder gegen Polizisten gerichtet", betonte der Innenminister. Es sei ihm "ein wichtiges Anliegen, für die Sicherheit in Deutschland zu sorgen".

(juju/eler/dpa/AFP)
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