Menschenhandel: Polizei nimmt Rocker in Großbordellen fest

Razzia im Rotlichtmilieu : Polizei nimmt Rocker in Großbordellen fest

Internationale Razzia gegen mutmaßliche Menschenhändler im Rotlichtmilieu: Am Montag haben Ermittler bei Durchsuchungen in Deutschland und mehreren europäischen Städten drei Männer und zwei Frauen festgenommen. Die Beschuldigten sollen junge Frauen zu Prostituierten gemacht haben, unter anderem durch die "Loverboy-Methode".

Die Fahnder schlugen zeitgleich in sechs Bundesländern sowie in Österreich, Bosnien und Rumänien zu, wie die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg als federführende Behörden am Montag mitteilten.

Durchsucht wurden am Sonntagabend vier Großbordelle, fünf Geschäftsräume, 28 Wohnungen und 14 Fahrzeuge. Mehrere der Beschuldigten sollen einer rockerähnlichen Gruppierung aus Stuttgart und Bosnien angehören, die sich "United Tribunes" nennt.

Die Razzia erfolgte im Zuge von Ermittlungen der Stuttgarter Staatsanwaltschaft wegen Menschenhandels, Zuhälterei und gewerbsmäßigen Betrugs. An dem Einsatz waren bundesweit mehr als 900 Polizisten, darunter auch Spezialeinheiten, sowie mehrere Staatsanwälte beteiligt. In Deutschland wurden Objekte in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und Sachsen durchsucht.

Die Ermittlungen richten sich den Behörden zufolge gegen insgesamt 15 Beschuldigte im Alter von 21 bis 70 Jahren. Mehrere Männer und Frauen stehen demnach im Verdacht, junge Frauen unter 21 Jahren der Prostitution zugeführt zu haben. Dabei sollen sie auch die sogenannte Loverboy-Methode benutzt haben: Den jungen Frauen wurde die große Liebe vorgegaukelt, für eine gemeinsame Zukunft sollten sie dann ihren Geliebten durch Ausübung der Prostitution aus vorgetäuschten finanziellen Schwierigkeiten helfen.

Aber auch durch Gewaltandrohung sollen die unter 21-Jährigen gefügig gemacht worden sein. Den mutmaßlichen Mitgliedern der rockerähnlichen Gruppe "United Tribunes" wird vorgeworfen, für die Rekrutierung und Überwachung der jungen Frauen verantwortlich gewesen zu sein. Auch wurden demnach Geldgeber unter Vortäuschen falscher Tatsachen zu Investitionen in die Großbordelle verleitet.

Bei den Durchsuchungen stießen die Ermittler unter anderem auf eine Pistole und Bargeld. Außerdem nahmen die Polizisten Computer, Datenträger und Geschäftsunterlagen mit. Die fünf Festgenommenen im Alter von 21 bis 49 Jahren sollten am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden.

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(AFP)
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