Streit über ICE-Radsätze: Mehdorn attackiert Eisenbahnbundesamt

Streit über ICE-Radsätze : Mehdorn attackiert Eisenbahnbundesamt

München (RPO). Im Zusammenhang mit der Überprüfung der Radsätze von ICE-3-Zügen hat der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Hartmut Mehdorn, das Bonner Eisenbahnbundesamt heftig kritisiert.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagausgabe) berichtet, wirft Mehdorn der Kontrollbehörde in einem Brief an Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) vor, in den vergangenen zwölf Monaten "von einem sachlich gebotenen Verwaltungshandeln" abgekommen zu sein.

Das Eisenbahnbundesamt stelle stattdessen "im Sinne eines restrisikolosen Eisenbahnbetriebs" Anforderungen, die "unverhältnismäßig und mit erheblichen Einschränkungen" für die Kunden verbunden seien. Es gebe "unverhältnismäßig hohe Sicherheitserwartungen". So würden "noch weitergehende Maßnahmen bis hin zu faktischen Flottenstilllegungen" angedroht.

Weiter heißt es in dem Brief laut Zeitung, diese Vorgehensweise werde begleitet von einer "unsachlichen Verschärfung der Tonalität bis hin zu verbalen Entgleisungen mit zum Teil ehrverletzendem Charakter".

Die vom Eisenbahnbundesamt angeordnete Verkürzung der Untersuchungsintervalle bei speziellen ICE-3-Radsätzen sei nicht erforderlich.

Die von der Bahn im Zusammenhang mit diesen Radsätzen beschlossenen Maßnahmen seien sicher genug. Auch seien diese "Radsatzwellen von der Industrie unter Einhaltung der maßgeblichen europäischen Normen hergestellt worden".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Juli 2008: ICE im Kölner Hauptbahnhof entgleist

(afp)
Mehr von RP ONLINE