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A 23 bei Pinneberg: Massenkarambolage durch Blitzeis

A 23 bei Pinneberg : Massenkarambolage durch Blitzeis

Am vierten Advent spielt das Wetter verrückt. Im Westen steigt das Thermometer auf fast frühlingshafte Temperaturen, Dauerregen verursacht Hochwasser. Im Norden kam es auf spiegeglatten Straßen zu Massenunfällen.

Gefrierender Regen sorgte in den nördlichen und östlichen Landesteilen für gefährliche Rutschpartien. Blitzeis und überfrierende Nässe lösten in der Nacht zu Sonntag auf der Autobahn 23 im Kreis Pinneberg eine Massenkarambolage aus. Nach Angaben der Autobahnpolizei krachten auf einem 400 Meter langen Abschnitt bei Rellingen kurz nach Mitternacht 14 Autos ineinander. Sechs Menschen wurden leicht verletzt. Die Autobahn musste in beide Richtungen für mehrere Stunden gesperrt werden.

In Hamburg musste die Autobahn 253 in der Nacht auf einem Teilstück wegen Blitzeis für den Verkehr gesperrt werden. Glatte Wege und Fahrbahnen meldete die Polizei auch aus Mecklenburg-Vorpommern und aus dem Großraum Berlin-Brandenburg. Der Wetterdienst forderte vielerorts die Bewohner auf, das Haus nach Möglichkeit nicht zu verlassen.

20 Grad an Heiligabend

Gleichzeitig leitete das Tief Quirina am Wochenende im Süden und Westen mit viel Warmluft und intensiven Niederschlägen typisches Weihnachtstauwetter ein, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Am Oberrhein lud das Thermometer am Sonntag mit bis zu 15 Grad Celsius fast zum Verweilen im Biergarten ein.

Die Aussichten auf weiße Weihnachten sind damit endgültig dahin, vielmehr steht ein warmes Fest bevor. Die Temperaturen an Heiligabend klettern nach DWD-Angaben auf bis zu 20 Grad im Alpenvorland. "Das ist wirklich ungewöhnlich mild für die Jahreszeit", sagte Meteorologe Florian Bilgeri der Nachrichtenagentur dapd. Örtlich wird ein Allzeithoch für den 24. Dezember erwartet, etwa in München mit 18 Grad.

Der bisherige Rekordwert an Heiligabend wurde in der Landeshauptstadt in den 70er-Jahren mit 14,3 Grad gemessen. In den übrigen Landesteilen liegen die Temperaturen am Montag voraussichtlich zwischen 8 und 15 Grad.

Flüsse und Bäche treten über die Ufer

Das massive Tauwetter und die Regenfälle ließen in der Nordhälfte Bayerns mehrere Flüsse und Bäche über die Ufer treten. Zu ersten Überflutungen kam es am Sonntag im Maingebiet sowie an Altmühl, Wörnitz und Vils, wie der Hochwassernachrichtendienst in Augsburg mitteilte. Die Schwarzach in Mittelfranken sollte den Prognosen zufolge im Laufe des Tages die höchste Meldestufe 4 erreichen.
Warnungen vor Überschwemmungen galten unter anderen für die Landkreise Lichtenfels, Kronach, Roth und Bamberg. Da es bis Montagmorgen weiter kräftig regnen sollte, rechneten die Experten mit weiter steigenden Pegelständen im Maingebiet sowie an den Donauzuflüssen.

Dauerregen und Schneeschmelze sorgten auch in Baden-Württemberg für einen Anstieg der Flüsse. Die Hochwasservorhersagezentrale meldete hohe Pegelstände an der Dreisam im Schwarzwald. Für Montag rechneten die Experten damit, dass der Rhein gebietsweise die Marke von acht Metern und damit eine Größenordnung eines etwa 2- bis 5-jährlichen Hochwassers erreicht. Auch an Neckar und Donau werden den Prognosen zufolge vereinzelt die Meldewerte überschritten.

Der Rhein führt Hochwasser

Der Rhein in Köln und Düsseldorf begann ebenfalls zu steigen. Am Sonntagmittag lag er bei 6,50 Meter. Montagfrüh werden 6,95 bis 7,15 Meter erwartet. Aufgrund der ergiebigen Niederschläge im gesamten Rheineinzugsgebiet sind über 8,00 Meter am Kölner Pegel in den nächsten Tagen nicht auszuschließen. In der Altstadt wird ab einem Pegelstand von 9,40 Metern eine mobile Schutzwand aufgebaut. In Düsseldorf ergriff der Hochwasserschutz erste Maßnahmen.

In Mitteldeutschland hingegen entspannte sich die Lage am Sonntag allmählich. Der Deutsche Wetterdienst hob bis zum Mittag zahlreiche Unwetterwarnungen wegen Glatteis in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt auf. Die Polizei meldete noch vereinzelt Autounfälle auf glatten Straßen. Am Samstag war es auf spiegelglatten Fahrbahnen in vielen Regionen Sachsen, Thüringens und Sachsen-Anhalts zu Hunderten Autounfällen gekommen. Die meisten endeten mit Blechschäden. Mehrere Menschen wurden verletzt.

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(APD/pst)