Marcus da Gloria Martins: Polizeisprecher beeindruckt TV-Zuschauer

Marcus da Gloria Martins: Münchner Polizeisprecher beeindruckt TV-Zuschauer

In der Chaos-Nacht von München hat ein Mann mit seiner besonnenen und souveränen Art Eindruck gemacht: Der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins nötigte vielen TV-Zuschauern mit seinen Auftritten Respekt ab.

Immer wieder richten sich die Kameras auf Marcus da Gloria Martins. Souverän, sachlich und locker, ohne das geringste Zeichen von Anspannung steht er TV-Sendern und Radiostationen Rede und Antwort. Ermüdung? Nicht zu sehen. "Wichtig ist mir der Aspekt, dass man Ruhe bewahren sollte."

Der Pressesprecher der Münchner Polizei gibt dabei selbst ein perfektes Vorbild. "Mir bleibt ja nichts anderes übrig", sagt er, räumt aber ein: Dieser Einsatz nach dem Anschlag am Freitagabend sei die absolute Ausnahme - im Leben eines Polizeibeamten, aber auch für die Stadt München.

Auch bei Facebook zeigen sich die Menschen beeindruckt. "Ihre Präsenz strahlte Ruhe und Besonnenheit aus, die mir das Gefühl von Sicherheit in diesen scheußlichen und traurigen Minuten gab. Hochachtung und Respekt", schreibt jemand auf Facebook. Ein anderer postet, der Sprecher habe es geschafft, "ein ganzes Land zu beruhigen". Für da Gloria Martins gibt es schon eine eigene Fanseite, bis zum Samstagnachmittag haben fast 33.000 Menschen auf "gefällt mir" gedrückt.

"Auf dem Nachhauseweg hab ich erst festgestellt, dass es diese Facebookseite gibt", sagt der Polizeisprecher. Der Trubel sei ihm peinlich. Es sei zwar schön, Lob zu bekommen, aber: "Es geht nicht um meine Person." Ohne sein Team hätte es diese Öffentlichkeitsarbeit nicht gegeben. "Ja, ich bin das Gesicht gewesen, stimmt. Aber die Leistung liegt nicht bei mir."

  • Fotos : Amok-Alarm in München

Seit Oktober vergangenen Jahres ist der 43-Jährige im Amt. Er hat die Präsenz der Münchner Polizei auf Facebook und Twitter vorangebracht. Die Beamten punkten mit ihrer lockeren Art in den sozialen Medien.

Kaum ein Vierteljahr im Amt hatte da Gloria Martins den ersten Terroreinsatz zu bewältigen: An Silvester gab es einen Terroralarm am Münchner Hauptbahnhof. Binnen kürzester Zeit startete ein Großeinsatz - doch glücklicherweise ohne Anschlag.

Dieses Mal war es ernst. Auf dem Weg ins Büro nach den ersten Notrufen am Freitag habe er Menschen in der Fußgängerzone in Panik laufen sehen. "Da weiß man, was Angst mit Menschen macht."

Der 43-Jährige hat Familie, die sich auf ein gemeinsames Wochenende freute. "Meine Kinder waren ziemlich enttäuscht, dass ich ziemlich spontan wegmusste."

(jco/dpa)
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