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Fahndungserfolg in Berlin: Mann nach Autobrandstiftung verhaftet

Fahndungserfolg in Berlin : Mann nach Autobrandstiftung verhaftet

Berlin (RPO). Im Kampf gegen die Serie von Brandanschlägen auf Pkw in Berlin ist der Polizei möglicherweise ein Fahndungserfolg gelungen. Ein 25-Jähriger sei am Samstagmorgen im Stadtteil Mitte nach einer Autobrandstiftung festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Der Tatverdächtige ist wegen gleichartiger Delikte polizeibekannt. In Berlin sind in diesem Jahr bei Brandanschlägen fast 600 Autos beschädigt worden.

Beamte der Bundespolizei hatten kurz vor 4 Uhr den Mann an der Ecke Rosenthaler-/ Steinstraße dabei beobachtet, wie er sich an einem Wagen zu schaffen machte. Kurz darauf brannte es an dem Fahrzeug. Die Zivilpolizisten nahmen den Mann einige Meter weit vom Tatort entfernt fest.

Ursprünglich waren die Beamten den Angaben zufolge zu einem brennenden Pkw in die Joachimstraße gerufen worden. Dort fiel ihnen der Mann auf, der sich verdächtig verhielt. Sie verfolgten ihn und nach der Brandstiftung in der Steinstraße griffen sie zu. Wenig später wurde auch festgestellt, dass Pkw der Gormannstraße gebrannt hatten, durch die der Verdächtige ebenfalls gelaufen war.

Festgenommener ist der Polizei bekannt

Inwieweit der Festgenommene für die vorangegangenen Taten in Betracht kommt, prüft der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt. Dort wurde der Mann am Samstag vernommen. Er soll bereits 2009 wegen Brandstiftung an einem Fast-Food-Restaurant vor Gericht gestanden haben, wurde aber mangels Beweisen freigesprochen.

Der Staatsschutz ermittelt auch nach Anschlägen auf zwei Fahrzeuge der Deutschen Bahn in der Nacht zu Samstag. In Marzahn konnte ein Passant die Flammen noch rechtzeitig löschen. Zeugen hatten vier hell gekleidete Personen an dem Fahrzeug in der Mehrower Allee bemerkt. Etwa 100 Meter vom Tatort entfernt entdeckten die Polizisten ein brennendes Fahrrad. In Friedrichshain wurde an einem Fahrzeug der Bahn eine Scheibe eingeschlagen.

In Berlin sind in diesem Jahr bei Brandstiftungen über 580 Fahrzeuge beschädigt worden, davon etwa 250 bei politisch motivierten Brandanschlägen. Bei der Fahndung nach den Tätern wird die Berliner Landespolizei seit Wochen von Kollegen der Bundespolizei unterstützt. Der Einsatz der Bundespolizisten kostet die hoch verschuldete Hauptstadt 250.000 Euro pro Woche. Auch in der Nacht zu Samstag waren wieder mehrere Hundert Beamte im Einsatz gegen die Autobrandstifter.

Bislang nur wenige Festnahmen

Trotz des hohen Aufwandes können die Fahnder bislang nur wenige Ermittlungserfolge verbuchen. Anfang September musste ein mutmaßlicher Autobrandstifter wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da sich der Verdacht gegen ihn nicht erhärten ließ. Ende August wurden in Friedrichshain ein Mann und eine Frau auf frischer Tat gestellt. Bei ihnen soll es sich aber um Trittbrettfahrer handeln. Beide sitzen in Untersuchungshaft.

Hier geht es zur Infostrecke: Was Versicherte bei Auto-Brandstiftungen beachten müssen

(DAPD/felt)