Lageso: "Eine der miesesten Aktionen, die ich je erlebt habe"

Erfundener toter Flüchtling am "Lageso": "Eine der miesesten Aktionen, die ich je erlebt habe"

Nach angeblichem Tod von Flüchtling: Hilfsorganisation räumt Fehler ein

Nachdem sich herausgestellt hat, dass ein Helfer die Nachricht vom Tod eines Syrers frei erfunden hat, liegen die Nerven in Berlin blank. Das Bündnis "Moabit hilft" reagiert entsetzt: Man habe Dirk V. als "integren Unterstützer" kennengelernt. Der Innensenator erhebt schwere Vorwürfe.

Das Berliner Bündnis "Moabit hilft" zeigte sich in einer ersten Reaktion "fassungslos". Den Helfer Dirk V., der am Mittwochabend zugab, die Geschichte vom Tod des Flüchtlings erfunden zu haben, hätte es in den vergangenen Monaten "als verlässlichen und integren Unterstützer an unserer Seite kennengelernt, der sich auf unterschiedlichste Weise für viele geflüchtete Menschen engagiert hat", heißt es in einer in der Nacht zu Donnerstag verbreiteten Mitteilung auf Facebook.

Was den Fall umso seltsamer macht und Spekulationen über die Motive des Helfers aufgibt, ist sein Schweigen. "Wir kennen seine Motivation (...) nicht, und wollen dies auch nicht kommentieren." Er habe sein Facebook-Profil gelöscht und "war bislang für uns nicht zu sprechen".

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Posted by Moabit hilft on Mittwoch, 27. Januar 2016Über sein Profil war die "Meldung" über den Tod eines 24-jährigen Syrers am Mittwochmorgen in Umlauf geraten. Der Mann habe zuvor tagelang vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in der Hauptstadt angestanden.

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Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) forderte rechtliche Konsequenzen. "Das ist eine der miesesten und perfidesten Aktionen, die ich jemals erlebt habe", teilte Henkel am Donnerstag mit. "Berlins Behörden mussten über Stunden mit hohem Aufwand nach einem erfundenen "Lageso-Toten" suchen." Nach einem Bericht des Berliner " Tagesspiegel" befassten sich bis zum Nachmittag bis zu 30 Angestellte der Stadt gleichzeitig mit dem Fall und versuchten herauszufinden, was wirklich geschehen war.

Dirk V. hatte das alles mit einem Posting bei Facebook ins Rollen gebracht. Er soll bekannt gewesen sein für seinen Einsatz und seine bedingungslose Hilfsbereitschaft. Mehrfach brachte er demnach frierende Flüchtlinge bei sich zuhause unter. So auch im Fall des 24-Jährigen, von dem im Moment niemand weiß, ob es ihn je gegeben hat. Tagelang habe der zuvor vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) angestanden, schrieb Dirk V. bei Facebook. Mit hohem Fieber habe er ihn zu sich geholt.

Später löschte der Helfer den Eintrag wieder - und tauchte einen Tag lang unter, verweigerte jede Kontaktaufnahme. Auch Vertraute aus dem Hilfsbündnis und "engste Freunde" soll er abgewiesen haben. Erst am späten Mittwochabend sprach der Mann mit der Polizei und gestand den Fall nur erfunden zu haben.

Flüchtling angeblich nach langem Warten vor Amt in Berlin gestorben

Sein Motiv bleibt auch am Donnerstagmorgen ein Rätsel.

(pst/dpa)