Kuh bringt Vierlings-Kälbchen zur Welt

Naturphänomen: Kuh bringt Vierlings-Kälbchen zur Welt

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kuh vier Kälber auf einmal gebiert, liegt etwa bei eins zu elf Millionen. Im Allgäu ist Kuh Carmen diese kleine Sensation gelungen.

Sie bekam Vierlinge: Elsa, Carlos, Leo und Stella. Doch die vier Kälber sind Mastvieh und damit eigentlich dem Schlachter geweiht. Ein Aufruf des Besitzers könnte ihnen das Leben retten.

"Ich hab' nicht mal mit einer Zwillingsgeburt gerechnet", sagte Bauer Hansjörg Braun am Freitag. Die Vierlinge wurden vor rund zwei Wochen auf Brauns Hof in Grünenbach nahe Lindau geboren — und sie sind gesund.

Ein normales Kalb wiegt laut Braun etwa 35 Kilogramm. Die Vierlinge brachten am Anfang nicht mal 20 Kilo auf die Waage. "Aber die Kälber haben zugenommen, die sind munter und topfit", sagte er. Sie sind nun in vier Einzelboxen untergebracht und werden mit Nuckeleimern gefüttert.

Die Mutterkuh Carmen sei zu schwach, um die Kälber zu versorgen, sagte Braun. Nach der Geburt hatte der Tierarzt sie einige Zeit wegen Kalziummangels und Stoffwechselproblemen behandelt. "Das ist eigentlich ein Wunder, dass die alle überlebt haben", sagte der Tierarzt. Die Wahrscheinlichkeit von Vierlings-Kälbern liege bei eins zu elf Millionen.

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"Vierlinge sind wirklich absolut selten, und wenn sie dann noch leben — das ist wirklich minimal", sagte auch Rainer Martin von der Klinik für Wiederkäuer der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Schon die Wahrscheinlichkeit einer Drillingsgeburt liege bei höchstens einem Prozent.

Die Vierlinge sind eine Kreuzung aus den Rassen Weißblauer Belgier und Deutschem Braunvieh. Das ist nach Auskunft des Rinderzuchtverbands eine typische Mastrasse — damit führt ihr Weg eigentlich früher oder später in den Schlachthof.

Aber Brauns Enkeln sind die Vierlinge sehr ans Herz gewachsen. Deshalb sucht er jetzt nach einem Liebhaber, der den Kälbern ein gutes Zuhause geben kann. Die Besonderheit der Mehrlingsgeburt könnte ihnen am Ende also das Leben retten.

(beaw/dpa)