Neues Bundesländerranking: Kriminalität, Kita-Plätze — NRW ist der große Verlierer

Neues Bundesländerranking : Kriminalität, Kita-Plätze — NRW ist der große Verlierer

Hohe Kriminalität, zu wenig Kita- und Ausbildungsplätze und sinkende Produktivität: Nordrhein-Westfalen gehört nach einer am Freitag veröffentlichten Studie des Kölner Instituts IW Consult über das Bundesländerranking zu den großen Verlierern.

So wurden 2011 nur 16 Prozent der ein- und zweijährigen Kinder in NRW in Kitas betreut, der schlechteste Wert im bundesweiten Vergleich überhaupt. Auch bei den Straftaten liegt das Bundesland mit 8470 je 100.000 Einwohnern im Jahr 2011 auf einem der schlechtesten Plätze. Die IW-Studie stammt von der arbeitgeberfinanzierten Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) und der Zeitschrift "Wirtschaftswoche".

"Wenn das bevölkerungsreichste Land Husten hat, krankt die Republik", erklärte der Leiter der Studie, Michael Bahrke. Die bundesweiten Ergebnisse seien bis zu 25 Prozent von NRW beeinflusst.

Punkten konnte NRW unter anderem mit der gestiegenen Anzahl von Hochschulabsolventen und einem unter Durchschnitt liegenden Anteil von Schülern ohne Abschluss. Auch die Kaufkraft je Einwohner liege in NRW mit 20.132 Euro leicht über dem bundesweiten Durchschnitt.

Ostdeutsche Wirtschaft entwickelt sich dynamisch

Die Wirtschaft in den ostdeutschen Bundesländern hat sich dagegen der Studie zufolge in den vergangenen Jahren weiterhin dynamisch entwickelt. Brandenburg belegte vor Sachsen und Berlin den ersten Platz. Auch Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt kommen unter die ersten sieben Plätze des Dynamik-Rankings.

Der Dynamik-Vergleich zeigt demnach, wie sich die Bundesländer zwischen 2008 und 2011 entwickelt haben. Die geringste Dynamik wies laut Untersuchung krisenbedingt das Exportland Baden-Württemberg auf. Der Südwesten sei schwerer von der Konjunkturkrise 2008/2009 getroffen gewesen als andere Bundesländer.

In einem weiteren Vergleich wird aufgelistet, in welchen Ländern das Wohlstandsniveau am höchsten ist - dabei liegt Bayern nach wie vor vorn, gefolgt von Baden-Württemberg und Hamburg. Mit Sachsen und Thüringen haben demnach aber erstmals ostdeutsche Bundesländer ein westdeutsches Bundesland - Bremen - im Bestandsranking überholt. Beide Länder punkteten vor allem mit einem starken Arbeitsmarkt. So sei die Arbeitsplatzversorgung in Sachsen mit 77,2 Prozent überdurchschnittlich.

Berlin präsentierte sich zwar dynamikstark, wurde im Gesamt-Ranking aber nur Schlusslicht. Dies liegt laut Studie vor allem an der hohen Arbeitslosenquote und der hohen Jugendarbeitslosigkeit, die 2011 mit 13,4 Prozent mehr als doppelt so hoch gewesen sei wie im Bundesdurchschnitt.

In die jährlich erstellte Studie fließen nach Angaben der Auftraggeber rund hundert Indikatoren ein, darunter Daten zu Einkommens- und Steuerentwicklung, Arbeitslosenquote, Bevölkerungsentwicklung, Kindergartenplätzen und die Zahl von Hartz-IV-Empfängern. Erstellt wurde das Ranking von der Beratungsfirma IW Consult, einer Tochter des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln.

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(dpa/AfP)