Kostenloses trockenes Brötchen mit Heißgetränk sind kein Frühstück

Bundesfinanzhof entscheidet : Unbelegte Brötchen vom Chef sind kein Frühstück

Ein Arbeitgeber reichte den Angestellten jeden Morgen 150 Brötchen - unbelegt. Gilt das offiziell als Frühstück? Oder nur eine nette Geste? Darüber hat nun der Bundesfinanzhof geurteilt.

Ein vom Arbeitgeber regelmäßig spendiertes trockenes Brötchen mit einem Heißgetränk ist kein Frühstück und damit auch kein geldwerter Vorteil. Es handelt sich hierbei nur um eine nicht der Lohnsteuer unterliegende Aufmerksamkeit, „die lediglich der Ausgestaltung des Arbeitsplatzes und der Schaffung günstiger betrieblicher Arbeitsbedingungen“ dienen, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Donnerstag veröffentlichten Urteil. (AZ: VI R 36/17) Die Münchener Richter stellten damit klar, dass für zur Verfügung gestellte unbelegte Backwaren keine Lohnsteuer fällig wird.

Der Kläger, ein Softwareunternehmen aus Nordrhein-Westfalen, spendierte jeden Tag seinen 80 Mitarbeitern 150 unbelegte Brötchen. Diese gab es jedoch nur in der trockenen Version. Marmelade, Wurst oder auch Käse wurden nicht gereicht. Den ganzen Tag über konnten sich die Beschäftigten zudem am Heißgetränkeautomaten kostenfrei bedienen. Auf diese Weise wollte der Arbeitgeber zu einem guten Betriebsklima beitragen.

Das Finanzamt war der Meinung, die Brötchen und das Getränk stellten ein Frühstück dar. Biete der Arbeitgeber Mahlzeiten wie ein Frühstück, Mittagessen oder Abendessen kostenfrei oder verbilligt an, sei dies als Arbeitslohn zu werden und damit Lohnsteuer zu entrichten.

Der BFH urteilte, dass ein vom Arbeitgeber bereitgestelltes unentgeltliches Frühstück tatsächlich zu versteuernder Arbeitslohn sein könne. Bei einem trockenen Brötchen plus Getränk handele es sich allerdings nicht um ein Frühstück. Dafür sei noch Aufstrich oder Belag erforderlich. Hier liege daher eine nicht zu versteuernde Aufmerksamkeit vor.

fle

(mja/epd)
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