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Dortmund und Koblenz: Kofferbomben hätten Züge zum Entgleisen gebracht

Dortmund und Koblenz : Kofferbomben hätten Züge zum Entgleisen gebracht

München/Berlin (rpo). Die Kofferbomben, die in Regionalzügen in Dortmund und Koblenz gefunden wurden, waren offenbar hochgefährlich. Bei einer Explosion hätten die Sprengsätze einem Pressebericht zufolge immensen Schaden angerichtet. Beide Züge wären entgleist.

Die von Unbekannten in den Zügen deponierten Bomben hätten einen Wirkungsradius von hundert Metern gehabt, berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Ermittlungen von Kriminaltechnikern. Außerdem wären bei einer Detonation der Bomben die beiden Züge von Aachen nach Hamm und Mönchengladbach nach Koblenz entgleist.

Laut "Focus" überprüfte in den vergangenen Tagen eine mit 200 Spezialisten besetzte Abteilung des Bundesverfassungsschutzes, ob in den Orten entlang der beiden Bahnstrecken islamistische Terrorgruppen aktiv sind. Der Fahndungsansatz sei jedoch ohne Erfolg geblieben. Dem Magazin zufolge geht der Dortmunder Staatsschutz unterdessen von einer "Tat der allgemeinen Kriminalität" aus. Die selbst gebastelten Sprengsätze waren rechtzeitig entschärft worden.

Forderungen nach Videoüberwachung

Derweil mehren sich nach den Bombenfunden auch unter den Innenministern der Länder die Stimmen für eine verstärkte Videoüberwachung von Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen. Gegenüber unserer Redaktion erklärte ein VRR-Sprecher, dass ab 2008 alle neuen S-Bahnen videoüberwacht werden.

Der Stuttgarter Innenminister Heribert Rech (CDU) sagte der "Welt am Sonntag", bei der Bekämpfung der Allgemeinkriminalität habe sich die Videoüberwachung in Baden-Württemberg bereits als "wichtiges Ermittlungsinstrument" bewährt. Hamburgs parteiloser Innensenator Udo Nagel kündigte in dem Blatt eine Ausweitung der Videoüberwachung in der Hansestadt an.

Auch Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) plädierte erneut für einen verstärkten Einsatz von Videokameras, lehnte jedoch zugleich eine Kontrolle aller Fahrgäste der Bahn vor Betreten der Bahnhöfe oder Züge ab. "Die Bahn ist ein Massenverkehrsmittel", gab er in der Zeitung zu bedenken. "Bei einer Kontrolle jedes Passagiers bräche der Betrieb zusammen."

(afp)