1. Panorama
  2. Deutschland

Strenge Vorgaben der Bundesregierung: Körperscanner noch nicht im Einsatz

Strenge Vorgaben der Bundesregierung : Körperscanner noch nicht im Einsatz

Berlin (RPO). Die Einführung der Körperscanner auf deutschen Flughäfen verzögert sich um mehrere Monate. Grund seien die strengen Vorgaben der Bundesregierung zum Schutz der Intimsphäre der Flugpassagiere, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Montag in Hamburg. Ursprünglich sollten die auch "Nacktscanner" genannten Geräte zu Testzwecken in den Sommermonaten auf einigen Flughäfen installiert werden. Dies soll nun frühestens im Herbst erfolgen.

Die Ausstattung aller Flughäfen mit Körperscannern soll frühestens Mitte 2011 beginnen sagte der Polizeisprecher dem Radiosender NDR Info. Insbesondere die Forderung nach einer Verfremdung der abgebildeten Körper der Passagiere macht den Herstellern den Angaben zufolge Schwierigkeiten.

Die Strahlen der Körperscanner können die Kleidung der Passagiere durchdringen und so die Körperumrisse abbilden. Die US-Sicherheitsbehörden verlangen NDR Info zufolge, dass diese Originalbilder für eine mögliche Nachkontrolle gespeichert werden. Das Bundesinnenministerium hingegen verlangt die sofortige Löschung.

Auf dem Bildschirm der Geräte darf nur eine Art Strichmännchen erscheinen, auf dem die Körperregionen markiert sind, in denen der Passagier möglicherweise Waffen oder Sprengstoff versteckt hat. Zurzeit prüft die Bundespolizei in Lübeck, ob Körperscanner grundsätzlich zur Erfüllung dieser Anforderung in der Lage sind.

Die Bundesregierung hatte entschieden, die Einführung von Körperscannern zu prüfen. Auslöser war der vereitelte Sprengstoff-Anschlag eines Nigerianers auf ein US-Passagierflugzeug Ende des vergangenen Jahres. Der Mann hatte den Sprengstoff in seiner Unterhose versteckt.

(DDP/AFP/nbe)