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Passagiere akzeptieren Durchleuchtung: Körperscanner bald an allen Flughäfen

Passagiere akzeptieren Durchleuchtung : Körperscanner bald an allen Flughäfen

(RP). In den vergangenen sechs Monaten haben sich nach Informationen unserer Redaktion 365.000 Passagiere am Hamburger Flughafen freiwillig von einem Ganzkörperscanner auf gefährliche Gegenstände durchleuchten lassen. Das Innenministerium zog nun erstmals eine Zwischenbilanz des Testlaufs.

"Bei den Passagieren erfreut sich der Körperscanner einer hohen Akzeptanz", sagte ein Sprecher von Ressortchef Thomas de Maizière (CDU) auf Anfrage.

Anfang April sollen die Ergebnisse bewertet werden. Anschließend sollen die Körperscanner schrittweise an den großen deutschen Flughäfen eingeführt werden. "Der Praxistest der Geräte ist weitgehend gelungen", heißt es im Ministerium. Probleme bereitete noch die Fehlalarmquote. Die Scanner reagierten teilweise zu sensibel, schlugen sogar bei Falten in der Kleidung an. Die Software wird deshalb derzeit aktualisiert.

Die Apparate erkennen sämtliche am Körper oder in der Kleidung getragenen Gegenstände. Die Körperscanner sollen die Sicherheit an den Flughäfen erhöhen und gleichzeitig die Personenkontrollen beschleunigen und die Wartezeiten reduzieren. Ziel sind mehr als 200 kontrollierte Fluggäste pro Stunde. Das für viele Reisende unangenehme Abtasten durch Beamte würde entfallen. Zunächst soll der Sicherheitscheck im Körperscanner aber freiwillig sein. Die Metalldetektoren und die Durchsuchung durch Beamte bleiben.

Flugtickets werden teurer

Passagiere müssen sich auf höhere Ticketpreise einstellen. Die Kosten von rund 120.000 Euro pro Scanner wollen die Flughafengesellschaften über die Sicherheitsgebühr an die Airlines weitergeben. Diese dürften die Kosten auf den Ticketpreis aufschlagen.

Die Flughäfen sehen die Entwicklung positiv. "Die Akzeptanz der Passagiere ist überwiegend gut. Wenn die Softwaretechnik verfeinert und die Rate der Fehlalarme so reduziert werden kann, spricht nichts gegen einen Einsatz der Körperscanner an den deutschen Flughäfen", sagt Christoph Blume, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen und Chef des Düsseldorfer Airports. Wichtig sei, dass die Kontrollen verlässlich und zügig durchgeführt werden könnten.

Bedenken von Datenschützern, dass die Körperscanner, die in den USA, Großbritannien und den Niederlanden bereits flächendeckend eingesetzt werden, echte Körperbilder zeigen und die Daten gespeichert werden, entkräftet das Ministerium: Es seien nur grobe Umrisse des Passagiers zu erkennen, die Daten des Bildes würden sofort nach dem Scanvorgang gelöscht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2010: De Maiziere testet Körperscanner

(RP)