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Königs Wusterhausen: Hinweise auf Familiendrama im Fall der 5 Leichen

Königs Wusterhausen : Hinweise auf Familiendrama im Fall der fünf Leichen

Nach dem Fund von fünf Toten im brandenburgischen Königs Wusterhausen deutet alles auf ein Familiendrama hin. Offenbar haben die Ermittler einen Abschiedsbrief gefunden.

Der Cottbuser Oberstaatsanwalt Gernot Bantleon sagte der "Bild"-Zeitung und dem RBB am Sonntag, die Ermittler hätten in dem Haus der Familie im zu Königs Wusterhausen gehörenden Ortsteil Senzig einen Abschiedsbrief gefunden. Nähere Details etwa zum Verfasser oder Verantwortlichen des Familiendramas wollte der Oberstaatsanwalt demnach nicht nennen, es werde weiter in alle Richtungen ermittelt.

Der Landrat des Kreises Dahme-Spreewald hat den Angehörigen und Bekannten der Opfer sein tiefes Mitgefühl ausgedrückt. Die Nachricht von den fünf Todesfällen habe ihn „fassungslos und traurig gemacht“, wurde Stephan Loge (SPD) am Sonntag in einer Mitteilung zitiert. „Die Tat ist unfassbar.“ Es blieben Fragen offen für Angehörige und Freunde. „Ob morgen auf Arbeit, in der Schule oder in der Kita, hier wird die große und traurige Lücke offensichtlich, welche die Nachricht seit Samstag reißt“, so Loge.

Am Samstagmittag hatten Zeugen in dem Haus im Ortsteil Senzig leblose Menschen gesehen und die Polizei alarmiert. Beamte fanden die fünf Toten mit Schuss- und Stichverletzungen. Die beiden Erwachsenen waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft Cottbus und der Polizeidirektion Süd 40 Jahre alt.

Königs Wusterhausen liegt im brandenburgischen Landkreis Dahme-Spreewald und hat knapp 40.000 Einwohner. Senzig ist ein Ortsteil von Königs Wusterhausen und war früher eine eigenständige Gemeinde. Es liegt zwischen Feldern und Seen - eine ruhige Idylle mit vielen Einfamilienhäusern.

Noch am Abend stellen Anwohner eine Kerze vor dem Haus auf. Auf die Frage, ob sie die Toten kannten, antwortet ein Mann: „Das hier ist ein Dorf - man kennt sich.“ Ein Frau, die ihr Rad schiebt, sagt: „Das ist schon schlimm, was hier passiert ist.“ Die Familie sei gerade erst vor ein paar Jahren hergezogen. Das Haus sei neu gebaut worden. Zwei weitere Anwohner, die nur wenige Häuser von dem Wohnhaus entfernt wohnen, berichten, sie hätten vor einigen Tagen ein Schuss gehört. „Das muss aus einer Schusswaffe gekommen sein. Das waren keine Silvesterkracher“, sagt der junge Mann.

Zunächst sind die Rollläden unten, später ist in einem Fenster ein Weihnachtsstern zu sehen. Spekulationen kursieren, die Bewohner hätten sich in Corona-Quarantäne befunden. Bei den Kindern soll es sich um drei Mädchen gehandelt haben. Laut der „Bild“-Zeitung sollen die Erwachsenen Lehrer gewesen sein. Die Ermittler wollen diese Angaben nicht bestätigen.

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Die Spurensicherung sei die ganze Nacht vor Ort gewesen, sagt ein Polizeisprecher am Sonntag. Anwohner und Bekannte aus dem näheren Umfeld der Toten werden befragt, die Leichen werden von der Rechtsmedizin untersucht. Am Abend wurde ein kleiner Hund aus dem Haus geholt und in ein Tierheim gebracht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Fünf Tote in Wohnhaus in Königs Wusterhausen gefunden

(felt/AFP)