Koblenz: Obdachloser enthauptet - Flugblattaktion geplant

Ermittlungen in Koblenz: Enthauptung eines Obdachlosen - Polizei verteilt Flugblätter

Die Polizei in Koblenz startet am Karsamstag eine Flugblattaktion. Davon erhofft sie sich mehr Hinweise, um den gewaltsamen Tod eines obdachlosen früheren Kunsthändlers aufzuklären.

Nach der Enthauptung eines Obdachlosen in Koblenz laufen die Ermittlungen der Polizei auf Hochtouren. "Allen Hinweisen wird natürlich nachgegangen", sagte ein Sprecher am Karfreitag. Die "Sonderkommission Hauptfriedhof" mit 35 Beamten hat nach Angaben der Polizei bisher allerdings noch keine heiße Spur. Mit einem Flugblatt will sie weitere Zeugen finden. Die Aktion startet dem Sprecher zufolge an diesem Samstag. Wie viele neue Hinweise aus der Bevölkerung nach einer Pressekonferenz am Donnerstag hinzukamen, ließ die Polizei am Freitag offen.

Der 59 Jahre alte Mann war vor einer Woche tot auf dem Koblenzer Hauptfriedhof gefunden worden. Dort hatte der ehemalige Kunsthändler seit vielen Jahren ohne festen Wohnsitz gelebt. Die Polizei führt die Ermittlungen nach eigenen Angaben in alle Richtungen. Offen war auch, ob es um einen oder mehrere Täter geht.

Die Ermittler haben 10.000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt, die zu dem Täter oder den Tätern führen. Sie wollen mehr über das Umfeld und die Persönlichkeit des Opfers herausfinden. Von Interesse ist auch, ob das Opfer vor seinem Tod Streit mit jemandem hatte. Die Soko ging bereits mehreren Hundert verschiedenen Spuren nach und vernahm mehr als 100 Menschen.

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Der Koblenzer Oberstaatsanwalt Rolf Wissen hatte am Donnerstag von einem außergewöhnlich brutalen und menschenverachtenden Verbrechen gesprochen. Nach Angaben der Kripo gab es in Koblenz bisher nicht auffällig viele Fälle von Gewalt gegen Obdachlose.

Das Mordopfer war den Ermittlern zufolge in Köln aufgewachsen, aber 1972 nach Koblenz gekommen und hatte dort mit Kunst gehandelt. Das Geschäft musste er demnach Ende der 1980er Jahre schließen und sei seitdem die meiste Zeit ohne festen Wohnsitz gewesen, habe sich aber aus der Obdachlosenszene weitgehend herausgehalten und regelmäßig Cafés, Biomärkte und Bibliotheken besucht.

(wer)