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Einsatzkräfte melden keine Verletzten: "Kirsten" weniger verheerend als befürchtet

Einsatzkräfte melden keine Verletzten : "Kirsten" weniger verheerend als befürchtet

Hamburg (RPO). Das Sturmtief "Kirsten" hat in Norddeutschland weniger verherend gewütet, als zunächst befürchtet. Polizei und Feuerwehr meldeten zwar herabgestürzte Äste und Bäume, jedoch seien keine Verletzten zu beklagen.

Allerdings gerieten in der Nacht auf Donnerstag ein Tank- und ein Kühlschiff in der rauen Nordsee in Not. Bei den wegen der Witterung schwierigen Bergungsarbeiten kam es zu einer Kollision, ein beschädigter Schlepper verlor Diesel. Die Fehmarnsundbrücke war zudem nach einem Unfall teilweise gesperrt.

Die wohl schwersten Zwischenfälle in Norddeutschland ereigneten sich auf See: Am späten Mittwochabend blieb ein mit Bananen beladenes Kühlschiff zwischen Cuxhaven und Helgoland wegen eines Maschinenausfalls liegen. Ein zypriotisches Tankschiff musste einige Stunden später vor Norderney nach einem Ruderschaden seine Fahrt beenden, wie das Havariekommando in Cuxhaven mitteilte. Vermutlich sei die raue See die Ursache für die technischen Probleme gewesen.

Beim Versuch, das Kühlschiff "Hope Bay" trotz schlechtem Wetter und starkem Seegang zu bergen, kam es am frühen Donnerstagmorgen zu einem Zusammenstoß mit einem Schleppschiff. Der Schlepper wurde laut Havariekommando beschädigt und verlor eine noch unbekannte Menge Diesel. Es sei nicht damit zu rechnen, dass sich das Öl an der Küste ansammle, trotzdem erkunde ein Flugzeug die Lage.

Die "Hope Bay" konnte am Nachmittag nach Cuxhaven abgeschleppt werden, sagte ein Sprecher des Havariekommandos. Der beschädigte Schlepper sei aus eigener Kraft in den Hafen zurückgekehrt. Die Bergung des vor Norderney liegenden Tankers "Navkios" wurde für den Abend erhofft.

Windböe warf Anhänger um

In Schleswig-Holstein stürzte auf der Fehmarnsundbrücke ein Bootsanhänger mit 13 Kanus um, wie die Polizei in Lübeck mitteilte. Eine Windböe habe den PKW-Anhänger am Donnerstagmorgen erfasst und auf die Seite geworfen. Die Bergung war wegen des Windes zunächst schwierig. Die Brücke musste für kurze Zeit teilweise gesperrt werden, war am Mittag aber wieder komplett befahrbar. Es gab keine Verletzten.

Auf dem niedersächsischen Festland gab es nach Angaben des Lagedienstes beim Innenministerium keine außergewöhnlichen Vorkommnisse in der Nacht. Äste seien herabgestürzt und Bäume umgefallen. Bereits am Mittwochmittag war ein Baum auf vier Autos gestürzt und ein Sachschaden von ungefähr 50.000 Euro entstanden. Niemand wurde verletzt.

Bis zu 140 Kilometer Windgeschwindigkeit gemessen

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 117 Kilometer pro Stunde wüteten nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im Laufe des gestrigen Tages orkanartige Böen im südlichen Niedersachsen. Auf dem Brocken habe es am Mittwochvormittag Orkanböen mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 140 Kilometer pro Stunde gegeben. Aber auch im Laufe des Nachmittags seien 133 Kilometer erreicht worden.

Schon am bevorstehenden Palmsonntag zieht nach "Emma" und "Kirsten" ein weiteres Tief über Deutschland. "Lara" bringt zwar keinen Sturm, aber Regen, wie der Deutsche Wetterdienst in Offenbach mitteilte. An Ostern droht der Vorhersage zufolge nasskaltes Schauerwetter.

(ap)