1. Panorama
  2. Deutschland

Kirchdorf, Freising, Bayern: Buckliger Radweg wegen kuriosem Planungsfehler

Kurioser Planungsfehler : Bayern bauen buckligen Radweg

500 Meter lang und eine Buckelpiste: Bei Kirchdorf an der Amper in Oberbayern ist eine kuriose Strecke für Radfahrer asphaltiert worden – wegen eines Planungsfehlers im Landratsamt.

Ein neuer Radweg im bayerischen Kirchdorf an der Amper (Landkreis Freising) sorgt für Verwunderung. Nach fünf Jahren Planung und Bau ist hier ein rund zwei Kilometer langer Radweg für rund 3,3 Millionen Euro entstanden. Das Kuriose: Auf einer Strecke von 500 Metern enthält er fünf künstliche Hügel und gleicht hier einer „Buckelpiste“. „Das sieht natürlich kurios aus, und schön ist es nicht“, sagte eine Sprecherin des Landratsamts Freising.

Zunächst hatte die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Demnach sei bei den Planungen zu spät aufgefallen, dass der durchgehend tiefer als die Straße angedachte Radweg die Zufahrt auf angrenzende Felder erschwert hätte. Die Zufahrten wären dadurch zu steil geworden. Die auf den ersten Blick einfachste Lösung sei eine komplette Erhöhung des Radwegs gewesen. Das hätte aber nicht nur mehr Geld gekostet, sondern auch mehr Aufwand verursacht: Weil der Weg im Überschwemmungsgebiet der Amper liegt, müssten aufgeschüttete Flächen an anderer Stelle ausgeglichen werden.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">In Kirchdorf gibt es einen neuen Fahrrad...parcours?<a href="https://twitter.com/hashtag/Fahrrad?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Fahrrad</a> <a href="https://t.co/Vp7v6b9uwV">pic.twitter.com/Vp7v6b9uwV</a></p>&mdash; BR_quer (@BR_quer) <a href="https://twitter.com/BR_quer/status/1280748449806209025?ref_src=twsrc%5Etfw">July 8, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
Dieses Element enthält Daten von Twitter. Sie können die Einbettung solcher Inhalte auf unserer Datenschutzseite blockieren

Eine dritte Möglichkeit wäre ein gemeinsamer Wirtschaftsweg gewesen. „Dann würden Mähdrescher aber auf dem gleichen Weg wie Radfahrer fahren“, heißt es vom Landratsamt. Also entschied man sich für die wellenartige Streckenführung, sozusagen als hügeligen „Erlebnis-Radweg“. „Das muss man ein bisschen sportlich sehen“, sagte die Sprecherin. „Wer die Hügel nicht schafft, schafft den Berg, der danach kommt, auch nicht.“

Und auch Kirchdorfs Bürgermeister Uwe Gerlsbeck zeigt sich gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“ versöhnlich, die Lösung mit den Buckeln gehe für die Gemeinde Kirchdorf „schon in Ordnung“. „Fehler sind da, um gemacht zu werden. Wir sind jetzt froh, dass der Radweg da ist, den wir seit zehn Jahren versucht haben, zu verwirklichen.“

Bei Twitter sind die Reaktionen auf den Radweg eher belustigt als negativ. Ein User schreibt etwa: „Auf diese Weise fährt man mit den Rad bergab nicht so schnell.“ Und ein anderer Nutzer schlägt vor: „Links für SUVs, rechts für Radfahrer, oder?“

(kron/dpa)