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"Gut situierte, ledige Männer" Kinderporno-Razzia: Die Verdächtigen gestehen

Berlin (RPO). Nach dem Schlag gegen Nutzer eines Kinderporno-Portals im Internet hat ein Großteil der Verdächtigen umfassend gestanden. Viele der 322 Beschuldigten hätten die Vorwürfe eingeräumt, so Sachsen-Anhalts Justizministerin Kolb. Zumeist handele es sich um gut situierte, alleinstehende Männer.

Laut Justizministerin Angelia Kolb aus Sachsen-Anhalts ist der Großteil der Verdächtigen geständig.

Foto: AP, AP

Laut Innenminister Holger Hövelmann (SPD) handelt es sich bei den Verdächtigen um "zumeist gut situierte" und überwiegend "allein stehende Männer". Auch ein 47-jähriger, inzwischen suspendierter Lehrer aus Magdeburg sei darunter. Jeder zehnte Beschuldigte von ihnen sei Wiederholungstäter, vier von ihnen hätten bereits zuvor selber Kinder sexuell missbraucht.

Nach Angaben der federführenden Staatsanwaltschaft Halle drohen den Beschuldigten nun Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren, im Falle der Weitergabe von kinderpornografischen Schriften sogar bis zu fünf Jahren Haft. Die meisten von ihnen, 75, stammen aus Nordrhein-Westfalen, 56 aus Bayern. In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und weiteren Ländern werde ebenfalls gegen mehrere Dutzend Beteiligte ermittelt.

Zugleich wurde bekannt, dass es im Zuge der Ermittlungen zu keinen datenschutzrechtlichen Verstößen kam. Massenhafte Überprüfungen von Kreditkartendaten habe es nicht gegeben, sagten Innenminister Hövelmann und der Landesbeauftragte für den Datenschutz in Sachsen-Anhalt, Harald von Bose.

Oberstaatsanwalt Peter Vogt lobte die Kooperation mit den Kreditunternehmen. Diese hätten "keine drei Wochen gebraucht, um alle Daten herauszufinden. LKA-Ermittler Torsten Meyer sagte, der Betreiber der Internetseite sei technisch nicht ermittelbar. Vermutlich sei der Server mehrfach gewechselt worden. Beim Geldfluss verliere sich die Spur auf den Philippinen.

Rund 25 000 Dollar haben die mutmaßlichen Täter insgesamt ausgegeben, um auf die Seite zu gelangen.