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Kinderarmut wächst in Deutschland

Prognose des Kinderschutzbundes : Kinderarmut wächst in Deutschland

Die Zahl der Kinder, die in Armut aufwachsen, wird nach einer Prognose des Kinderschutzbundes im Jahr 2030 bei mindestens vier Millionen liegen.

Die Gründe für die steigende Kinderarmut liegen aus Sicht von Hilgers in den steigenden Sozialabgaben und in einem Steuertarif, der nicht ausreichend an die Inflation angepasst werde. Dadurch hätten Familien immer weniger Einkommen zur freien Verfügung, und das Risiko steige, dass sie ergänzende staatliche Unterstützung zum Arbeitseinkommen benötigten. Kinderreiche Familien und Alleinerziehende seien besonders betroffen.

Unter der Schwelle lagen im Jahr 2014 rund 2,5 Millionen Kinder

Durch die Flüchtlingskrise wird die Zahl der armen Kinder in Deutschland zudem steigen. Hilgers geht davon aus, dass zu den rund vier Millionen einheimischen armen Kinder bis zum Jahr 2030 weitere 500.000 Flüchtlingskinder kämen, die dann in Deutschland in Armut lebten.

Die wachsende Zahl an armen Minderjährigen ist aus Sicht des Kinderschutzbundes besonders dramatisch, weil die Zahl der unter 18-Jährigen in Deutschland zugleich zurückgeht. So lebten nach Angaben des Kinderschutzbundes im Jahr 2000 rund 1,45 Millionen arme Kinder in Deutschland. Unter der Schwelle lagen im Jahr 2014 rund 2,5 Millionen Kinder.

Im Jahr 2030 würden nur noch zehn Millionen Minderjährige in Deutschland leben (mit den Flüchtlingskindern elf Millionen), von denen rund vier Millionen als arm (mit den Flüchtlingskindern 4,5 Millionen) gelten werden. Der Kinderschutzbund fordert als Gegenmaßnahme gegen die wachsende Kinderarmut eine Grundsicherung für jedes Kind.

(qua)