Kardinal Reinhard Marx: Kein Zeitdruck bei Diskussion um Segnung homosexueller Paare

Kardinal Reinhard Marx: Kein Zeitdruck bei Diskussion um Segnung homosexueller Paare

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx sieht in der Diskussion um die Segnungen für homosexuelle Paare in der katholischen Kirche keinen Zeitdruck. Eine Segnung sei auch kein Thema bei der bis Donnerstag laufenden Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK).

Stattdessen sei eine interne Kommission damit beauftragt worden, das Thema "vorzubereiten", sagte der DBK-Vorsitzende am Montag in Ingolstadt. Details zum geplanten Vorgehen nannte er nicht.

Anlass der Diskussion war auch eine Wortmeldung von Marx selbst. Er hatte dem Radiosender B5 aktuell Anfang Februar auf eine Frage zur möglichen Segnung homosexueller Paare gesagt, es gebe keine generellen Lösungen. Man müsse stattdessen dazu ermutigen, "dass die Priester und Seelsorger den Menschen in den konkreten Situationen auch einen Zuspruch geben".

Diese Äußerung war von vielen Seiten als erste Öffnung der deutschen katholischen Kirche in dieser Frage gedeutet worden, zumal DBK-Vize Franz-Josef Bode zuvor öffentlich eine Diskussion über das Thema gefordert hatte.

  • Segnung für homosexuelle Paare : Ex-Weihbischof entschuldigt sich für KZ-Vergleich

Nun äußerte Marx, es gehe in der Frage "nicht um das Finden von Segnungsmöglichkeiten, sondern um die Begleitung von Homosexuellen, die Christen sein wollen, die für ihr Leben einen Zuspruch suchen". Es könne keine Regeln geben wie bei der ehelichen Trauung.

Mehr Bewegung deutet sich bei der möglichen Zulassung konfessionsverschiedener Paare zum Abendmahl an. Man erwarte einen Vorschlag zweier Kommissionen für ein Papier, sagte Marx. "Ich hoffe, dass wir einen guten Schritt weiterkommen in dieser Frage."

(dpa)