Katholikentag in Münster 2018: Mit der AfD war es nett, aber es reicht

Kommentar zur AfD beim Katholikentag : Nochmal muss nicht sein

AfD-Vertreter zum Katholikentag nach Münster einzuladen war ein Experiment des Veranstalters. Der Dialog jedoch war kaum möglich, eine Wiederholung überflüssig.

Natürlich war es ein Experiment, einen Vertreter der AfD aufs Podium des Katholikentages zu bitten. Diese Entscheidung hat im Vorfeld des Laientreffens für Endlosdebatten gesorgt und einen ganzen Nachmittag des Münsteraner Glaubensfestes beherrscht. Ob es sich gelohnt hat? Der Ertrag war gering, ein echter Dialog kaum möglich.

Das Spiel von Provokation und Unterstellung des AfD-Vertreters, mit der alle Diskutanten gezwungen waren, sich auf die rechtspopulistische Parte und ihre Positionen einzulassen und zu beziehen, hat aus dem vielleicht ehrlichen Versuch eines Meinungsaustausches einen mehr oder weniger hitzigen, polemischen Schlagabtausch werden lassen.

Vor zwei Jahren in Leipzig hatte man sich dazu entschieden, keinen AfD-Vertreter zu Wort kommen zu lassen. Das hatte ebenfalls für Empörung, für Erregung und haufenweise Erklärungen geführt. Auch vor diesem Hintergrund war es richtig, in Münster anders zu entscheiden.

Der Versuch war es wert und zeugt von Souveränität des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Und im Umfeld dieses immens politischen Katholikentages war auch das Spektakel noch halbwegs akzeptabel. Das Experiment ist vollzogen, das Ergebnis eindeutig: Wiederholen muss es wirklich nicht. Auf einem Handzettel vor der Münsterlandhalle wurden Flugblätter mit der Aufschrift verteilt: „Suche Frieden. Nicht die AfD.“ Zwei sehr wahre Sätze.

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