Karneval: Büttenredner macht Witze über „Asylanten“ und „Neger“

Bütt in Sachsen-Anhalt : Karnevalsredner macht Witze über „Asylanten“ und „Neger“ - das Publikum klatscht

Dieser Auftritt ging komplett in die Hose. Ein Büttenredner in Sachsen-Anhalt hat mehrfach ausländerfeindliche Witze gemacht. Das hat jetzt Konsequenzen: Für ihn und für den Präsidenten des Karnevalsvereins.

Eine Karnevalsrede im Süplingen (Sachsen-Anhalt) hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. Ein Büttenredner hatte bei der Prunksitzung des Süplinger Narrenbundes rassistische Töne angeschlagen. Darüber berichtete zuerst die „Magdeburger Volksstimme“. Mittlerweile erklärte der Redner seinen Rückzug, der Verein bedauert das Vorgehen und auch der Bürgermeister hat sich zu Wort gemeldet.

Der Redner habe mehrfach das Wort „Neger“ und „Asylant“ in seiner vermeintlich humoristischen Rede verwendet. Zudem habe der Redner auch Vorurteile gegenüber Asylsuchende geschürt, in dem er darüber witzelte, dass sie vom Staat eine Menge finanzielle Zuwendungen erhalten, während die Deutschen leer ausgehen würden. Ein Griff in die wohl billigste aller Witztrickkisten. Laut „Volksstimme“ sollen die anwesenden Karnevalisten bei den Witzen des Redners dennoch geklatscht haben.

Gegenüber dem MDR erklärte nun der Präsident des Narrenbundes, dass die Mitglieder wegen der Äußerungen geschockt seien. „Das gehört da nicht hin“, zitiert der Sender den Präsidenten Uwe Urban. Er zog direkte Konsequenzen und erklärte, dass er bei der nächsten Vorstandswahl nicht mehr antreten werde. Zuerst hatte Urban die Rede relativiert. Er habe nichts dagegen, wenn jemand in einer Rede das Wort „Neger“ verwendet. Urban: „Das ist seine Sache“. Nun also die Kehrtwende. Der Redner sei dem Präsidenten zufolge nach der aus dem Ruder gelaufenen Bütt aus dem Verein ausgetreten und habe sich auch entschuldigt.

Die stellvertretende Bürgermeisterin von Haldensleben distanzierte sich deutlich von dem Inhalt der Rede. „Die Stadt Haldensleben distanziert sich klar vom Inhalt der Büttenrede, so wie er wiedergegeben worden ist“, erklärte Sabine Wendler. „Die Äußerungen sind weit jenseits dessen, was in der sogenannten 5. Jahreszeit akzeptabel ist“, so Wendler weiter. Die Stadt werde den Narrenbund nun stärker in den Fokus rücken und zu einer Stellungnahme auffordern. Zudem werde geprüft, ob weitere Schritte notwendig seien, was die Nutzung der Gaststätte, in der der Narrenbund zusammenkommt, angehe.

(mja)